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  • Internationale Presse spendet Klinsmann Lob
    13. Jul 2006 13:19

    Jürgen Klinsmann
    Bild vergrößern
    Foto: dpa
    Die internationale Presse hat den Abgang Klinsmanns mit viel Anerkennung und Lob quittiert. Der Fußball-Nationaltrainer «hört auf, solang er noch an der Spitze ist».
     
    Frankreich:

    L'Equipe»:

    Klinsmann sagt stopp. Klinsi will zurück nach Huntington Beach. Die Entscheidung ist nicht überraschend gekommen.


    Niederlande:

    «De Volkskrant»:

    Klinsmann nimmt Abschied als ein Coach, der eine Kulturveränderung im deutschen Fußball bewirkte und gleichzeitig die deutsche Psyche verändern half. Das ist mehr Wert als der Weltmeistertitel, der außerhalb seiner Reichweite blieb.


    Dänemark:

    «Jyllands-Posten»:

    Joachim Löw wird den Stil fortsetzen, der mit dem dritten Platz bei der WM wieder Respekt vor Deutschlands Fußball erzeugt hat.


    Schweiz:

    «Blick»:

    Deutschland jammert. Nun will Löw Europameister werden.

    «Tages-Anzeiger»:

    Erschöpft von Erfolg und Trubel - Als Bundestrainer hat Jürgen Klinsmann alle Widerstände überwunden, nun nimmt er sich die letzte Freiheit: einen Abschied auf dem Höhepunkt.

    «Neue Zürcher Zeitung»:

    Der ausgebrannte Held - Löw (...) dürfte seinem alten Chef zumindest die Alltagstauglichkeit voraushaben. Löw weiß, wie es ist, tagtäglich auf dem Trainingsplatz erscheinen und in Etappen denken zu müssen. Vielleicht entpuppt er sich als bessere Wahl, als viele nun annehmen.


    Spanien:

    «El País»:

    Klinsmann hat seinem Ruf, ein Dickschädel zu sein, alle Ehre gemacht. Nichts und niemand war in der Lage, ihn von seiner Entscheidung abzubringen, obwohl er seine zweijährige Arbeit mit einem dritten Platz bei der WM gekrönt hat, an den nur wenige geglaubt hatten.

    «El Mundo»:

    Deutschlands Idol Jürgen Klinsmann hat entschieden, sich den Anzug des Super-Helden auszuziehen. Das Flehen seiner Spieler und von 93 Prozent der Deutschen stieß auf taube Ohren.


    Russland:

    «gaseta.ru»:

    Klinsmann ist die Familie wichtiger als die Nationalmannschaft.


    Italien:

    «Corriere della Sera»:

    Jürgen Klinsmann verabschiedet sich und geht. Wie auch Marcello Lippi befolgt er das britische Sprichwort: «Quit while you're ahead» – hör auf, solang Du noch an der Spitze bist. Er hat eine Revolution ausgelöst, hat dem deutschen Fußball eine neue DNS gegeben, hat ihm Schnelligkeit, Offensivgeist und Teamgeist einverleibt. Er hat gegen Stürme und Gezeiten gekämpft und er hatte Recht - mit einem großartigen dritten Platz und nur einer einzigen Niederlage, gegen den Weltmeister Italien im schönsten Spiel des Turniers.


    Polen:

    «Gazeta Wyborcza»:

    Klinsmann ist ausgebrannt. Das Flehen seiner Landsleute war vergebens, er gab die Führung der Nationalelf Deutschlands auf.

    «Dziennik»:

    Flucht der großen Trainer. Der Rücktritt des Trainers nach einer Niederlage liegt in der Natur der Dinge, aber nach einem großen Erfolg das Handtuch zu werfen? Bei uns geschieht das nicht, weil wir nicht solche Trainer wie Jürgen Klinsmann und Marcello Lippi haben. Der erste gab das Amt des Trainers der deutschen Nationalmannschaft auf, obwohl Umfragen zufolge 93 Prozent der Landsleute es sich anders wünschten. ... Der Trainer, der die deutsche Mannschaft auf Platz drei brachte und dafür sorgte, dass die Deutschen wieder stolz auf ihre Nation sind. 52.000 Fans skandierten im heimischen Stuttgart seinen Namen. Bundeskanzlerin Angela Merkel küsste ihn, und Franz Beckenbauer bat ihn, zu bleiben. Umsonst.

    (nz)




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