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  • Die Chronologie der Ära Klinsmann
    12. Jul 2006 12:05

    Jürgen Klinsmann
    Bild vergrößern
    Foto: dpa
    Jürgen Klinsmann hat seinen Vertrag als Bundestrainer nicht verlängert. In seiner fast zwei Jahre währenden Amtszeit durchlebte der Wahl-Kalifornier viele Hochs und Tiefs. Eine Chronologie der Ära Klinsmann.
     
    In weniger als zwei Jahren hat Jürgen Klinsmann die deutsche Fußball-Landschaft mit seiner offensiven Spiel-Philosophie geprägt. In der Zeit von seinem Amtsantritt im Sommer 2004 bis zu seinem Vertragsende nach der WM durchlebte der Wahl-Kalifornier viele Hochs und Tiefs. Eine Chronologie der Ära Klinsmann:

    29. Juli 2004


    Jürgen Klinsmann wird in der Frankfurter DFB-Zentrale als Bundestrainer präsentiert. «Ich will Weltmeister werden», sagt der Nachfolger von Rudi Völler. Erste Personalie ist die Bestellung eines Nationalmannschafts-Managers in Person von Oliver Bierhoff.

    30. Juli 2004


    Nach der Ablehnung des ehemaligen Beckenbauer- Assistenten Holger Osieck verpflichtet der DFB Klinsmanns Wunschkandidaten Joachim Löw als Assistenztrainer.

    16. August 2004


    An seinem ersten Arbeitstag mit der Nationalelf setzt Klinsmann Torhüter Oliver Kahn als Kapitän ab und ernennt als Nachfolger Michael Ballack.

    18. August 2004


    Klinsmanns Länderspiel-Debüt in Wien endet nach drei Toren von Kevin Kuranyi mit einem 3:1 gegen Gastgeber Österreich.

    4. September 2004


    Vor dem Heimspiel-Debüt gegen Brasilien (1:1) in Berlin nehmen die US-Fitnesstrainer um Mark Verstegen die Arbeit auf. In der Bundesliga lästern einige über die «Übungen mit Gummibändern».

    10. Oktober 2004


    Das Länderspiel in Iran (2:0) ist die letzte Dienstreise von Sepp Maier als Bundestorwarttrainer. Klinsmann ersetzt Kahns Vereinscoach durch Ex-Nationalspieler Andreas Köpke.

    2. Dezember 2004


    Im Streit um das WM-Quartier erreicht Klinsmann sein Ziel: Der DFB stimmt der Verlegung von Leverkusen nach Berlin zu. Zugleich wird in Hans-Dieter Hermann erstmals ein Sportpsychologe in den Betreuerstab der Nationalmannschaft aufgenommen.

    19. Dezember 2004


    Auf der Asien-Reise erleidet Klinsmann mit der DFB-Elf beim 1:3 in Busan gegen Südkorea im sechsten Länderspiel die erste Niederlage.

    17. Mai 2005


    Jürgen Klinsmann mustert Chefausbilder Erich Rutemöller aus dem Trainer- und Beraterstab der Nationalmannschaft aus. Zugleich wird der Schweizer Urs Siegenthaler als Chefscout verpflichtet.

    15. Juni 2005


    Mit einem 4:3-Sieg gegen Australien startet die deutsche Mannschaft in Frankfurt in den Confederations Cup.

    25. Juni 2005


    Nach großem Kampf verliert die Nationalelf im Halbfinale des Confed-Cups in Nürnberg mit 2:3 gegen Brasilien. Es ist die erste Heimniederlage in der Ära Klinsmann.

    29. Juni 2005


    Im Spiel um Platz drei erkämpfen Ballack & Co. in Leipzig in Unterzahl einen umjubelten 4:3-Erfolg n.V. gegen Mexiko. «Wir sind in einem Jahr enorm gewachsen», kommentiert Klinsmann.

    10. August 2005


    Auf die Torwart-Rotation folgt die Torwart-Trennung: Klinsmann teilt die sechs Länderspiele bis zum Jahresende paritätisch zwischen Kahn und Lehmann auf. Nur wer spielt, ist dabei.

    17. August 2005


    Mit einem schmeichelhaften 2:2 in Rotterdam gegen die Niederlande startet die Nationalmannschaft in die WM-Saison.

    25. Oktober 2005


    Klinsmann muss bei einem Krisengipfel mit der Bundesliga die Wiederbelebung einer von Bayern-Manager Uli Hoeneß angeführten «Task Force» für die Nationalmannschaft akzeptieren. Im Streit um seinen US-Wohnsitz setzt sich Klinsmann aber durch.

    12. November 2005


    Mit Lehmann im Tor und einem 0:0 in Frankreich endet das Länderspiel-Jahr 2005. «Wir gehen sehr optimistisch ins WM-Jahr», sagt Klinsmann.

    8. Februar 2006


    Klinsmann verliert den Machtkampf um den Sportdirektor: Der DFB entscheidet sich für Matthias Sammer und gegen Klinsmanns Kandidaten, den Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters.

    24 Februar 2006


    Klinsmann verbannt Abwehrspieler Christian Wörns aus dem WM-Kader. Der Dortmunder hatte den Bundestrainer nach einer erneuten Nichtnominierung als «link» und «unehrlich» bezeichnet.

    1. März 2006


    Nach einer desolaten Vorstellung beim 1:4 in Italien erreicht die Kritik an Klinsmann den Höhepunkt. Einflussreiche Kreise diskutieren sogar einen Trainerwechsel. «Man wollte mich kippen», berichtet Klinsman kurz vor dem Beginn der Weltmeisterschaft.

    6. März 2006


    Franz Beckenbauer ist restlos bedient. Klinsmanns Fernbleiben beim Workshop der WM-Trainer bringt den «Kaiser» auf die Palme. Er unterstellt dem Bundestrainer eine mangelhafte Kinderstube.

    15. März 2006


    Nach heißen Debatten um den Bundestrainer wird beim Treffen mit Klinsmann und Beckenbauer im Bundeskanzleramt eine Große Koalition für die WM geschlossen. Angela Merkel sagt beim Empfang zu Klinsmann: «Die Bundesregierung wird Sie unterstützen.»

    22. März 2006


    Klinsmann gelingt mit einem 4:1 gegen die USA in Dortmund ein Befreiungsschlag. Anschließend schlägt er gegen seine Kritiker zurück: «Da wird Politik gegen einen gemacht, die zu weit geht und respektlos ist, die aggressiv ist und versucht, Stimmung zu machen beim Publikum.»

    7. April 2006


    Klinsmann ernennt Lehmann zum WM-Torwart - Rivale Kahn wird zur Nummer 2 degradiert. «Dies war die schwierigste und härteste Entscheidung meiner Amtszeit», erklärt der Bundestrainer.

    29. April 2006


    Der DFB verlängert den Vertrag mit Bierhoff vorzeitig bis 2010. Der Manager erhält ein Mitspracherecht in der Trainerfrage.

    15. Mai 2006


    Klinsmann sorgt bei der Nominierung seines WM-Kaders für einen Paukenschlag: Er verzichtet auf den Schalker Stürmer Kuranyi und nominiert stattdessen den Debütanten David Odonkor.

    9. Juni 2006


    Im Eröffnungsspiel lässt Klinsmann den sich fit meldenden Ballack draußen - Deutschland siegt auch ohne den Kapitän in München 4:2 gegen Costa Rica.

    20. Juni 2006


    Das 3:0 gegen Ecuador in Berlin rundet den besten deutschen WM-Start seit 36 Jahren ab. Deutschland wird Gruppenerster.

    24. Juni 2006


    Nach dem 2:0 im Achtelfinale gegen Schweden feiern Millionen Deutsche auf Fan-Meilen und Straßen. Und selbst schärfste Klinsmann-Kritiker schwenken um: «Unser Jürgen» muss bleiben!

    22. Juni 2006


    Klinsmann sorgt für WM-Paukenschlag. Noch vor dem Achtelfinale bezeichnet er ein mögliches Aus im Viertelfinale als «Katastrophe». Sein persönliches Minimum seien «die letzten Vier».

    30. Juni 2006


    Das Viertelfinal-Drama von Berlin: Jens Lehmann wird gegen Argentinien zum Helden im Elfmeterschießen. «Die Welt hat wieder Angst vor der deutschen Mannschaft», verkündet Bierhoff.

    4. Juli 2006


    In der 119. Minute ereilt Deutschland im Halbfinale gegen Italien der «sudden death». Grosso trifft, Del Piero legt nach - 0:2, Finale verpasst. Klinsmann steht geschockt und fassungslos an der Seitenlinie, später sagt er: «Der Traum ist zerplatzt.»

    8. Juli 2006


    Das «kleine Finale» wird zum versöhnlichen Abschluss für alle: Kahn darf beim 3:1 gegen Portugal noch einmal spielen und tritt danach zurück. Klinsmann jubelt und lässt seine Zukunft offen.

    9. Juli 2006

    Über 500.000 Menschen bereiten der Nationalmannschaft einen gigantischen Empfang vor dem Brandenburger Tor. Klinsmann ruft den Fans zu: «Tausend, tausend, tausend Dank.» Die wichtigste Frage lässt er unbeantwortet: «Gebt mir ein paar Tage Zeit.»

    11. Juli 2006


    Keine 48 Stunden später hat sich Klinsmann gegen eine Vertragsverlängerung entschieden. Er sagt DFB-Präsident Zwanziger ab.

    12. Juli 2006


    Klinsmann stellt auf einer DFB-Pressekonferezn den bisherigen Co- Trainer Löw selbst als seinen Nachfolger als Chefcoach vor. Klinsmann begründet zugleich seine Entscheidung damit, wieder mehr Zeit für seine Familie haben zu wollen und dankt zu Tränen gerührt für die Unterstützung.




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