Klinsmann rechnet mit Frings-Einsatz
03. Jul 2006 09:37, ergänzt 16:38
 |  Torsten Frings | | Foto: dpa |
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Die deutschen Fußball-Nationalspieler sehen die Debatte um ein mögliches WM-Aus für Torsten Frings gelassen. Jürgen Klinsmann riet dem Mittelfeldspieler: «Bleib relaxt».
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft rechnet damit, dass Torsten Frings am Dienstag in Dortmund (21 Uhr/live im ZDF) im Halbfinale der Weltmeisterschaft gegen Italien auf dem Platz steht. «Es ist gar kein Thema für uns, dass Torsten nicht spielen könnte», sagte Mannschaftskapitän Michael Ballack am Montag in Berlin. Er selbst habe die Fernsehbilder, die belegen sollen, dass Frings nach dem Viertelfinale mit der Faust auf Julio Cruz losging, «gar nicht gesehen».
«Bleib relaxt»
Bundestrainer Jürgen Klinsmann findet es «schade, dass ein abgeschlossenes Verfahren wieder aufgerollt wird», zumal die Rangeleien nach dem Elfmeterschießen von den Argentiniern ausgegangen und seine Spieler nur die Reagierenden gewesen seien. «Wir gehen davon aus, dass es keine Bestrafung gibt», sagte Klinsmann: «Wir haben Torsten gesagt, er soll relaxt bleiben». Es gebe aber auch kein Problem für den Fall, dass Frings gesperrt wird, da der DFB immer so plane, dass andere Spieler parat stehen. «Wir sind auf alle Situationen vorbereitet», so Klinsmann. Das Vorpreschen der Italiener in Sachen Frings sei «eine Polemik, die zum Spielchen dazu gehört», sagte Klinsmann. «Immerhin stehen wir in einem WM-Halbfinale.» «Torsten Frings weiß genau, dass die ganze Mannschaft hinter ihm steht», sagte Philipp Lahm. Dem Kollegen würde daher es nichts nützen, «wenn jeder zum ihm gerannt käme». Außerdem zweifle sowieso keiner in der Mannschaft daran, dass Frings gegen Italien spielt. Im Hinblick auf das Halbfinale gegen den großen Gegner Italien bleiben die Deutschen gelassen, obwohl einiges für die Italiener spricht. Das letzte Länderspiel im März ging 1:4 verloren, außerdem hat noch keine DFB-Elf bei einer WM die Italiener schlagen können. Genau das sieht Ballack aber als Vorteil. «Es ist wunderbar, dass alle Vorzeichen gegen uns sprechen», sagte er grinsend. Klinsmann kündigte an: «Sollte es zum Elfmeterschießen kommen, sind wir sehr optimistisch».
Stellungnahme gefordert
Derweil wartet Frings auf das Urteil des Fußball-Weltverbandes Fifa. Er will die Entscheidung bis spätestens 17 Uhr veröffentlichen. «Wir wissen, dass es im nationalen Interesse ist und werden die Entscheidung der Disziplinarkommission schnell mitteilen», sagte Fifa-Mediendirektor Markus Siegler. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) soll bis 13 Uhr eine Stellungnahme dazu abgeben. «Wir sind mitten dabei, die Stellungnahme anzufertigen», berichtete Georg Behlau, Chef des Büros Nationalmannschaft, am Montagvormittag der Nachrichtenagentur dpa. Frings selbst beteuerte seine Unschuld. Der angeblich geschlagene Julio Cruz entlastete Frings. Er sei nicht geschlagen worden, beziehungsweise habe keinen Schlag gespürt, sagt der argentinische Nationalspieler der italienischen Zeitung «Gazzetta dello Sport». (nz)
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