Nationalelf muss um Frings bangen
02. Jul 2006 19:59, ergänzt 22:29
 |  Torsten Frings | | Foto: dpa |
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Die Tumulte nach dem Viertelfinale gegen Argentinien ziehen weitere Kreise. Ob Torsten Frings aktiv an einer Rangelei beteiligt war, will die Fifa in einem Disziplinarverfahren klären.
Der deutsche Fußball-Nationalspieler Torsten Frings muss um seinen Einsatz im WM-Halbfinale gegen Italien bangen. Überraschend hat der Fußball-Weltverband Fifa ein Disziplinarverfahren gegen den 29 Jahre alten defensiven Mittelfeldspieler wegen einer möglichen Verfehlung bei den Tumulten nach dem Viertelfinalspiel eröffnet.
TV-Bilder bringen Sinneswandel
«Nach Ansicht neuer Fernsehbilder hat die Disziplinarkommission der Fifa festgestellt, dass Frings mit großer Wahrscheinlichkeit aktiv involviert war», sagte Fifa-Mediendirektor Markus Siegler am Sonntagabend in Berlin. Eine Entscheidung soll bis zum Montagnachmittag, einen Tag vor dem Halbfinale Deutschland gegen Italien am Dienstag (21.00 Uhr) in Dortmund, getroffen werden.Frings hat in der Zwischenzeit die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. «Ich habe nichts gemacht», sagte der 29-Jährige der «Kreiszeitung Syke». «Ich habe mich in einem Pulk befunden, in dem alle wild um sich geschlagen haben. Ich habe selber zwei Schläge abbekommen. Da habe ich zu meinem Schutz die Hände nach vorne gestreckt, mehr war nicht.» «Ich kenne die Details noch nicht. Man muss die Entwicklung abwarten», erklärte Theo Zwanziger, Geschäftsführender Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), der dpa. DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt sollte noch am Sonntagabend die Interessen des deutschen Verbandes wahrnehmen. Gegen die argentinischen Nationalspieler Leandro Cufre und Maxi Rodriguez hatte die Fifa schon Verfahren eingeleitet.
Fifa erwartet DFB-Stellungnahme Nach TV-Bildern des italienischen Senders «Sky Italia» soll Frings eine Tätlichkeit gegen den argentinischen Spieler Julio Cruz begangen haben. Die Fifa hat den DFB aufgefordert, bis zum Montag um 10.00 Uhr Stellung zum Frings-Fall zu nehmen. Der Bremer Bundesligaspieler war gegen Argentinier einer der besten Akteure auf dem Platz. «Ich hoffe, es bleibt sportlich», sagte DFB-Sportdirektor Matthias Sammer in der ARD zu der neuen Entwicklung.Die Fifa hatte am Sonntagmorgen noch mitgeteilt, dass es für die deutschen Nationalspieler kein Nachspiel nach den unschönen Szenen im Berliner Stadion geben soll. Allerdings sollte ermittelt werden, ob sich eventuell Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff durch sein Eingreifen etwas zu Schulden kommen lassen habe und noch sanktioniert werden könne. «Es wird eine Betrachtung des Verhaltens deutscher Offizieller geben», sagte Siegler zuvor dazu. Fifa-Präsident Joseph Blatter nahm hingegen Bierhoff in Schutz: «Er wollte die Spieler trennen. Dafür sollte er einen Fair-Play-Preis erhalten.» nz)
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