Tumulte ein Fall für die Fifa
01. Jul 2006 13:28
 |  Oliver Bierhoff wirft sich dazwischen. | | Foto: dpa |
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Die Rangeleien nach dem WM-Viertelfinale in Berlin beschäftigen jetzt auch die Fifa. Oliver Bierhoff will die ganze Sache aber nicht überbewerten.
Der Fußball-Weltverband Fifa hat eine Untersuchung der Tumulte und Handgreiflichkeitennach dem Ende des WM-Viertelfinalspiels Deutschland gegen Argentinien (4:2 im Elfmeterschießen) in Berlin angekündigt. Nach dem Spiel war der deutsche Abwehrspieler Per Mertesacker mit einem Kung-Fu-Tritt in den Unterleib vom Argentinier Leandro Cufre attackiert worden. «Die Disziplinarkommission wird anhand der Berichte und von Videos untersuchen, ob noch weitere Dinge Gegenstand eines Verfahrens werden könnten», erklärte Fifa-Mediendirektor Markus Siegler.
«Die Fifa hat auch einen Bericht von unserer Seite angefordert», bestätigte Oliver Bierhoff aus der Pressekonferenz am Samstag in Berlin. Der Nationalmannschafts-Manager, der selbst in diese Rangelei verwickelt war, erläuterte seine Erlebnisse. Per Mertesacker ist demnach vom Argentinier Leandro Cufre getreten worden. Ein schmerzhafter Stollenabdruck am Oberschenkel Mertesackers zeugt von dieses Aktion. Cufre hatte laut Bierhoffs Darstellung dem deutschen Nationalspieler zuvor ein Bein gestellt. Daraus entwickelte sich ein Gerangel, in das sich Bierhoff warf, «bevor zehn, fünfzehn Leute beieinander sind.»
Die ganze Angelegenheit will Bierhoff aber nicht überbewerten. «Das waren Wortgefechte, wie man sie bei Südländern häufig hat. Aber mehr auch nicht.» Er glaube nicht, dass die «Heißsporne» mit weiteren Folge von Seiten der Fifa. Ersatzspieler Cufre hatte für seine Aktion die Rote Karte gesehen.
Blatter verärgert
Fifa-Präsident Joseph Blatter äußerte sich inzwischen sehr verärgert über die Vorkomnisse am Freitagabend im Olympiastadion. «Ich bin wütend darüber», sagte Blatter am Samstag dem englischen Sender BBC. «Wir werden Schritte gegen jene unternehmen, die als die Provokateure dieses Zwischenfalls identifiziert werden.» Zuständig dafür ist die Disziplinarkommission des Fußball- Weltverbandes Fifa.Blatter zeigte kein Verständnis für die Vorkommnisse nach dem Elfmeterschießen. «Das war wirklich nicht nötig. Nach 120 Minuten ist Fußball ein Drama, dann folgt das Elfmeterschießen, und der Fußball wird zur Tragödie. Aber einer ist der Sieger, und einer ist der Verlierer. Im Fußball lernt man das Gewinnen, aber man muss auch lernen, zu verlieren.» (nz)
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