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  • Frings: «Wir sind einfach mal dran»
    28. Jun 2006 08:20, ergänzt 11:44

    Torsten Frings (l.) freut sich beim Costa-Rica-Spiel gemeinsam mit Philipp Lahm.
    Bild vergrößern
    Foto: dpa
    Fitness, Zusammenhalt und Spaß sind drei wichtige Elemente des derzeitigen Erfolgs der deutschen Fußballer. Vor dem WM-Viertelfinale gegen Argentinien vertraut die Elf auf ihr eigenes Können.
     
    Von Dorothea Jantschke, Berlin

    Eigentlich gelten Torsten Frings und Per Mertesacker nicht unbedingt als Spaßkanonen und Klassenclowns. Beide zeichnen sich eher durch ihre stille, besonnene Art aus. Aber zurzeit ist alles ein bisschen anders bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Unverkennbar ist die Stimmung im Team großartig. «Es macht richtig Spaß, mit Euch zu spielen», sagt Mertesacker bei der Pressekonferenz zu Torsten Frings und meint die gesamte Mannschaft. «Danke, mit Dir auch», gibt der Bremer grinsend zurück.

    Stark wie nie

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  • Den Spaß wollen die deutschen Spieler sich auch partout nicht nehmen lassen, denn er ist Teil des Erfolgsrezeptes bei dieser Weltmeisterschaft. Während für Fußball-Experten in aller Welt Argentinien der klare Favorit im Viertelfinale am Freitag (17 Uhr/live ARD und Premiere) in Berlin ist, sind die Spieler um Bundestrainer Jürgen Klinsmann voll von sich überzeugt. «Wir haben noch keine Sekunde lang darüber nachgedacht, dass wir am Freitag rausfliegen könnten», sagte Frings am Dienstag.

    Dem Mittelfeldspieler ist egal, dass die Mannschaft bei den letzten beiden Vergleichen mit Argentinien nicht gewinnen konnte (jeweils 2:2). «Wir sind so stark wie seit drei Jahren nicht mehr», sagt Frings. Vor dem Aufeinandertreffen mit dem Team von José Pekerman müssen sich die Deutschen auch nicht mit schlechter Presse herumärgern wie viele andere Mannschaften, denen vorgeworfen wird, behäbigen Fußball zu spielen. Die Diskussion um die deutsche Abwehr ist sogar vollends verstummt.

    «Kein Gelaber mehr»

    «Das Gelaber hat aufgehört», sagt Frings. Bisher müssen die Männer um Mertesacker sich nur zwei Gegentore aus dem 4:2 im Eröffnungsspiel gegen Costa Rica ankreiden lassen. Seit drei Spielen steht die Null. «Wir haben uns Selbstvertrauen über unsere eigene Leistung geholt», erläutert Mertesacker. Und weil er und seine Kollegen aus der Viererabwehrkette, Philipp Lahm, Christoph Metzelder und Arne Friedrich, immer besser harmonieren, macht er sich auch keine Sorgen. «Uns ist nicht angst und bange», sagt Mertesacker.

    Von Vorteil könnte für den Hannoveraner und den zweiten Innenverteidiger im Bunde, Metzelder, deren Körpergröße werden. Der eine 1,96 Meter groß, der andere drei Zentimeter kürzer, überragen sie die argentinischen Angreifer deutlich. Hernan Crespo ist mit 1,84 Meter noch der größte. Javier Saviola (1,68 Meter) und Lionel Messi (1,69 Meter) fehlen auf Mertesacker fast 30 Zentimeter. Trotzdem warnt der 21-Jährige: «Saviola hat einen tiefen Körperschwerpunkt. Er ist extrem wendig».

    «Ansammlung von Spitzenspielern»

    Auf die leichte Schulter nimmt die deutsche Mannschaft das Spiel nicht, haben die Argentinier im Laufe des Turniers doch ihre Rolle als Titelfavorit unterstrichen. «Sie haben individuelle Klasse, sind technisch und in Eins-zu-Eins-Situationen stark», sagt Mertesacker. Frings macht darauf aufmerksam, dass das Team eine Ansammlung von Spitzenspielern ist: «Die Mannschaft besteht nicht nur aus Juan Roman Riquelme. Jeder der argentinischen Spieler ist in der Lage, das Spiel zu entscheiden.»

    Allein 18 der 23 argentinischen WM-Teilnehmer spielen in europäischen Klubs, 15 haben mit ihren Vereinen an der Champions League teilgenommen. In der deutschen Mannschaft kann nur Keeper Jens Lehmann auf die volle Ration Champions League mit Arsenal London verweisen, die Bayern- und Werder-Profis im Kader wenigstens auf die ansehnliche Erfahrung von acht Spielen auf internationalem Topniveau.

    Frings kann sich trotzdem nicht vorstellen, von Klinsmann und Assistent Löw die Order zu bekommen, «dass ich 90 Minuten lang hinter Riquelme herlaufen soll». Wie schon in den vier WM-Spielen zuvor, wollen die Deutschen sich vor allem auf sich selbst konzentrieren und den Argentiniern von Anfang an ihr Spiel aufzwingen. Diego Armando Maradona, der bisher bei allen WM-Auftritten der «Gauchos» als eine Art Maskottchen auf der Tribüne saß und jubeln durfte, soll diesmal schweigsam von dannen ziehen. «Wir haben die Argentinier zwei Mal fast geschlagen», sagt Frings. «An diesem Freitag sind wir einfach mal dran.»




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