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  • Löw: «Wissen, wie sie zu packen sind»
    22. Jun 2006 12:43, ergänzt 15:08

    Jogi Löw (l.) und Jens Lehmann
    Bild vergrößern
    Foto: dpa
    Assistenz-Trainer Joachim Löw erwartet im Achtelfinale eine sehr starke schwedische Mannschaft. Torhüter Jens Lehmann trifft dann auf einen gefährlichen Vereinskollegen.
     
    Assistenz-Bundestrainer Joachim Löw erwartet im Achtelfinale gegen Schweden eine sehr schwere Aufgabe. «Schweden ist sehr unbequem zu spielen», sagte Löw auf der Pressekonferenz im Berliner ICC am Donnerstag. Die Schweden seien die Urväter des Systems 4-4-2, sehr spielstark, agil und hinten stabil. «Diese Mannschaft wird uns alles abverlangen», ist sich Löw sicher.

    Gefahr bei Standards

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  • Große Gefahr würden von den Standards ausgehen, «sie haben präzise und gefährliche Schützen», warnte Löw. Die deutsche Mannschaft habe aber gute Kopfballspieler, wie Michael Ballack oder Per Mertesacker, die sich im eigenen Strafraum behaupten könnten. Auf alle Fälle gilt: «Wir werden uns akribisch darauf vorbereiten.» Dies gelte aber nicht für ein eventuelles Elfmeterschießen. «Trainiert haben wir dies speziell nicht», so Löw, «doch wir haben einige gute Schützen in unseren Reihen.» Als gesetzt gelten Kapitän Michael Ballack und Torsten Frings, die in der Ära Klinsmann bislang vier bzw. drei Strafstöße verwandelt haben. Lukas Podolski traf einmal vom Punkt. Miroslav Klose, Bastian Schweinsteiger und Bernd Schneider gelten als weitere Kandidaten.

    Schwedische Schützen eines möglichen Elfmeterschießens im WM-Achtelfinale gegen Deutschland stehen indes offenbar schon fest. Die Stockholmer Zeitung «Aftonbladet» berichtete am Donnerstag, dass Kim Källström, Henrik Larsson, Fredrik Ljungberg, Zlatan Ibrahimovic und Christian Wilhelmsson nach einem Spezialtraining ausgewählt worden sind. Als Reserve stünden Niclas Alexandersson, Anders Svennson und Marcus Allbäck bereit.

    Respekt vor den Schweden, gerade nach dem überzeugenden Auftritt gegen England, sei durchaus vorhanden. Doch Löw verdeutlichte: «Mit Angst oder dem Gedanken verlieren zu können, gehen wir nicht ins Spiel». Die Mannschaft habe ein gutes Selbstbewusstsein, «sie geht in jedes Training mit großer Motivation hinein», zeige auch nach einem trainigsfreien Tag die Fähigkeit, «den Hebel umzulegen».

    Schwächen entdeckt

    Schwächen der Skandinavier seien dem DFB-Trainerteam durchaus aufgefallen. «Doch wir werden uns hüten, darauf öffentlich einzugehen», stellte der Taktik-Chef fest. Innerhalb der Mannschaft sei man darauf natürlich eingegangen. Löw: «Wir wissen, wo sie zu packen sind.» Ganz individuell würden die Spieler auf ihre Aufgabe eingestellt. «Am Spieltag schüren wir die Emotionen bei den Spielern und wecken ihr Selbstvertrauen», beschrieb der ehemalige Bundesliga-Trainer die weitere Vorbereitung auf das Achtelfinale.

    Auch Torhüter Jens Lehmann ist sich der Standardstärken und der guten physischen Verfassung der Schweden bewusst. «Doch ich hoffe, dass sie das am Samstag nicht mehr so zeigen können, wie zuletzt gegen England.«

    Sein persönliches WM-Fazit fiel sehr gut aus. »Es hat Spaß gemacht«, sagte Lehmann, auch wenn er sich nicht groß habe auszeichnen können. »Das ist aber gut für die Mannschaft gewesen«, stellte er das Kollektiv über eigene Belange.

    Keine Wette mit Ljungberg

    Eine Wette mit Schwedens Fredrik Ljungberg, seinem Teamkollegen bei Arsenal London, habe er nicht, versicherte Lehmann. Doch dessen Motivation sei ihm klar: »Der Fredie musste mir nicht extra sagen, gegen mich ein Tor schießen zu wollen.«

    Lehmann ist sich sicher, dass das bisherige gute Abschneiden der DFB-Elf bei der WM und die Euphorie im gesamten Land Eindruck bei den Gegnern hinterlassen habe: »Der Respekt der anderen Nationen hat zugenommen.« Deswegen blicke er optimistisch auf den weiteren Verlauf der WM.

    Mannschafts-Kapitän Michael Ballack formulierte seine Sätze im Vorfeld des Achtelfinales vorsichtiger. «Jeder Fehler kann das Aus bedeuten», warnte der 29-Jährige. Die Mannschaft habe bislang zwar einen guten Eindruck hinterlassen, «doch es muss sich noch alles stabilisieren.» Gegen die starken Schweden müsse das Team zum einen die vorherigen Leistungen bestätigen, aber auch zeigen, «sich steigern zu können», forderte der Mittelfeldspieler.

    Weniger defensiv äußerte sich Ballack über WM-Torjäger Miroslav Klose. «In Deutschland haben wir nach einem Top-Stürmer gelechzt. Mit Miro haben wir ihn gefunden», sagte der ehemalige Bayern-Akteur. Am Anfang sei der Bremer Stürmer oft «belächelt» worden, «doch er hat es allen gezeigt», so Ballack. Nun erwarte er von dem Nationalstürmer den nächsten Schritt nach vorn. Ballack ist sich sicher: «Miro hat das Zeug dazu.» (nz)




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