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  • Deutsche Elf sichert Gruppensieg
    20. Jun 2006 16:47, ergänzt 23:34

    Michael Ballack (l.) streckt das Bein.
    Bild vergrößern
    Foto: dpa
    Die deutsche Mannschaft hat im letzten Vorrundenspiel die Begeisterung im gesamten Land weiter angefeuert. Gegen Ecuador markierte ein Stürmer seinen herbeigesehnten ersten WM-Treffer.
     
    Von Dorothea Jantschke, Berlin

    Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat im letzten WM-Vorrundenspiel gegen Ecuador souverän den Gruppensieg errungen. Die Elf von Bundestrainer Jürgen Klinsmann gewann vor 72.000 begeisterten Zuschauern im ausverkauften WM-Stadion von Berlin 3:0 (2:0). Die beiden ersten Treffer erzielte Miroslav Klose (4./44. Minute) mit seinen Turnier-Treffern drei und vier. Sturmpartner Lukas Podolski (57.) legte mit seinem ersten WM-Treffer nach. Deutschland hat somit als Erster (9 Punkte) drei Zähler mehr als der Zweite aus Ecuador und trifft im Achtelfinale am 24. Juni (17.00 Uhr) in München auf Schweden.

    Spielerisch überzeugend

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  • Mit einer engagierten und auch spielerisch überzeugenden Leistung hat die deutsche Mannschaft die Hoffnung im ganzen Land geschürt, weiterhin ein erfolgreiches Turnier zu spielen. Die Euphorie in Berlin kannte keine Grenzen. Bundestrainer Klinsmann und die gesamte Mannschaft wurde mit Sprechchören frenetisch gefeiert und das Lied vom WM-Finale angestimmt.

    Nach dem Spiel freute sich Matchwinner Klose über den «richtigen Willen, den wir an den Tag gelegt haben». Das Team habe ungedingt Gruppenerster werden wollen, «das hat man heute gesehen», so der Stürmer. Freude empfand Klose auch über das Erfolgserlebnis seines Angriffspartners Podolski. «Lukas hat ein riesen Spiel gemacht. Jetzt geht es mit ihm weiter bergauf.»

    Bundestrainer Klinsmann trat ein wenig auf die Euphoriebremse. «Wir haben die erste Hürde überstanden und uns durch die drei Siege viel Selbstvertrauen geholt. Doch jetzt kommen die großen Knaller», so der 41-Jährige, «da dürfen wir uns keine Fehler mehr erlauben.» Insbesondere die Abstimmung zwischen Abwehr und Mittelfeld habe nicht gestimmt, die Räume seien teilweise zu groß gewesen«, kritisierte der Schwabe. »Das Tempo gegen Polen war größer«, erkannte ein nicht ganz zufriedener Bundestrainer.

    Wie schon im ersten WM-Gruppenspiel gegen Costa Rica erwischte die DFB-Elf einen Blitzstart. Klose brachte Deutschland mit seinem dritten WM-Treffer in Führung (4.) und Ecuador den ersten Gegentreffer im Turnier bei. Bastian Schweinsteiger hatte den Ball auf den Bremer vorgelegt, der aus sechs Metern flach ins lange Eck traf.

    Passive Ecuadorianer

    Bereits in der ersten Spielminute waren die Ecuadorianer, die fünf Änderungen in ihrer Aufstellung vorgenommen hatten, gefährlich vor das Tor von Jens Lehmann gekommen. Die Anfangsphase bei hochsommerlichen Temperaturen bestimmte jedoch klar das deutsche Team. Aggressiv und bissig in den Zweikämpfen ließ Deutschland dem Gegner wenig Platz für den Spielaufbau. Die Südamerikaner präsentierten sich jedoch auch recht passiv und ließen den Gastgeber gewähren.

    Innenverteidiger Robert Huth gab gegen Ecuador sein WM-Debüt und bekam vom Publikum immer wieder aufmunternden Beifall. Der gebürtige Berliner war für Christoph Metzelder ins Team gekommen, der mit Gelb vorbelastet ist und zuletzt an einer leichten Knieverletzung laborierte. Die deutsche Defensive hatte mit den Spitzen aus Ecuador wenig Mühe. Allerdings hatte Trainer Luis Fernando Suarez auch seine bislang gefährlichsten Angreifer Agustin Delgado und Carlos Tenorio (jeweils zwei Treffer) auf der Bank gelassen.

    Starke linke Seite

    Über die linke Seite mit Philipp Lahm und Schweinsteiger zeigte sich Deutschland stark im Spielaufbau. So auch in der 19. Minute als der hochgelobte Lahm präzise flankte und Bernd Schneider mit vollem Risiko aus 17 Metern abzog - der Ball flog allerdings weit über das Tor. Nach 33 Minuten drosch Klose, der erneut auffälliger agierte als Sturmpartner Podolski, in ähnlicher Manier per Direktabnahme den Ball über die Latte.

    Kurz vor der Pause erhöhte Klose nach einer herrlichen Schlenzer-Vorlage von Kapitän Michael Ballack genau in den Lauf auf 2:0. Damit überholt der 28-Jährige Klose Rudi Völler, der insgesamt acht WM-Treffer auf dem Konto hat. Zudem setzte sich der gebürtige Pole mit vier Treffern an die Spitze der WM-Torschützenliste. Ballack erkannte wie zuvor sein Trainer, «dass das Tempo nicht so hoch wie gegen Polen gewesen ist», doch man habe zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht.

    Mit dem Bewusstsein im Hinterkopf die zweite Gelbe Karte zu kassieren, habe er schon «in der einen oder anderen Situation zurückgezogen», gab der Mittelfeldspieler zu. Mit Blick auf die kommende K.o.-Runde forderte Ballack: «Jetzt müssen wir am Limit spielen, denn jetzt warten die großen Brocken auf uns.»

    Nach der Pause agierte Ecuador etwas lebendiger, zeigte in den Zweikämpfen mehr Aggresivität. Die erste Chance in Durchgang zwei hatte allerdings Deutschland. Stürmer Podolski, der auf seinen ersten WM-Treffer hoffte, hätte diesen beinahe in der 53. Minute markiert. Doch sein Schuss nach einer feinen Vorlage von Lahm strich ganz knapp am linke Pfosten von Ecuadors Torsteher Cristian Mora vorbei.

    Erlösung für Podolski

    Die Erlösung für den scheidenden Kölner erfolgte vier Minuten später, als er die Vorlage von Mittelfeldspieler Schneider, der die rechte Seite hochgestürmt war, locker zum 3:0 verwandelte. Durch das begeisterte Publikum angefeuert, spielte Deutschland weiter nach vorn und hatte erneut durch Podolski (59.) eine weitere sehr gute Torchance.

    Im weiteren Verlauf der zweiten Halbzeit brachte Coach Klinsmann drei neue Akteure aufs Feld. Superjoker Oliver Neuville kam für den mit riesigem Applaus verabschiedeten Klose, Tim Borowski ersetzte seinen Bremer Vereinskollegen Torsten Frings. Gerald Asamoah (73.) kam wenig später zu seinem ersten WM-Einsatz als Ersatz für den Leverkusener Schneider. Da war die Partie freilich schon längst entschieden.




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