netzeitung.deKlinsmann: Ballack ist unsere Lokomotive

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Michael Ballack umarmt Philipp Lahm (r.). (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Michael Ballack umarmt Philipp Lahm (r.).
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Der Streit mit Michael Ballack ist beigelegt. Bundestrainer Jürgen Klinsmann behauptet gar, es hätte niemals einen gegeben. Der Kapitän trainierte am Morgen erstmals wieder mit der Mannschaft.

Von Dorothea Jantschke, Berlin

«Die Kommunikation mit Michael Ballack ist sehr intensiv», sagt Jürgen Klinsmann über den Kapitän der deutschen Fußball-Mannschaft. Von Streit will der Bundestrainer aber nichts wissen. «Es gab keine Missverständnisse zwischen uns», sagte Klinsmann drei Tage nach dem WM-Auftaktspiel gegen Costa Rica (4:2), das Ballack wegen einer Wadenverletzung verpasst hatte. «Auf der einen Seite steht der Wunsch des Spielers zu spielen, auf der anderen die Entscheidung des Trainers», erklärte der Coach, da könne es schon einmal zu Enttäuschungen kommen.

Der Leader
Ballack, der am Vorabend des Eröffnungsspiels per «Bild»-Zeitung versucht hatte, seine Aufstellung zu erzwingen, trainierte am Montagmorgen nach langer Zeit der einsamen Spezialübungen wieder mit der Mannschaft. «Er ist unser Leader, hoffentlich ist er zum Spiel gegen Polen wieder fit», sagte Stürmer Miroslav Klose zwei Tage vor dem zweiten Auftritt in der Gruppe A in Dortmund (21 Uhr/live ARD).

Ballack hatte eine Verletzung in der Wade aus dem Kolumbien-Spiel nicht rechtzeitig behandeln lassen. Als Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt vor einem Einsatz warnte, ließ Klinsmann ihn auf die Fifa-Verletztenliste stellen. Der Bundestrainer zeigte am Sonntag in Berlin Verständnis für die öffentlichkeitswirksame Presse-Aktion Ballacks. «Wenn du einem Spieler sagst, er darf nicht spielen, tut das sehr weh.» Aber er habe die Verantwortung für die Gesundheit seiner Profis und wäre «niemals dieses Risiko eingegangen».

Ballack fügt sich
Ballack fügte sich am Wochenende der Marschroute seines Chefs: «Ich wollte spielen, und er hat das nicht ganz so gesehen. Dann bin ich natürlich im ersten Moment enttäuscht, aber ich muss das akzeptieren.»

Der Einsatz des Mittelfeldstars wird von den Fans ebenso herbeigesehnt wie von den Mannschaftskollegen. Denn Polen, so Klinsmann, «ist ein anderes Kaliber» als Costa Rica. Die Mannschaft von Pawel Janas hatte ihr erstes Spiel in der Gruppe A am Freitag gegen Ecuador mit 0:2 verloren, am Mittwoch in Dortmund müssen gegen Deutschland drei Punkte her. «Für Polen ist das bereits ein Endspiel», sagte Klinsmann. «Mal sehen wie sie die Niederlage verkraftet haben, wir müssen unbedingt hochkonzentriert in das Spiel gehen.»

Ein Erlebnis der besonderen Art wird das Spiel für die Stürmer Lukas Podolski und Miroslav Klose, deren Heimat Gleiwitz und Oppeln ist. «Wir sind glücklich, zwei Polen als Angreifer zu haben», sagte Klinsmann, «denn sie sind technisch sehr stark». Der Trainer ist sich sicher, dass beide hoch motiviert sein werden und gegen ihre Landsleute «mehr als nur ein Tor schießen wollen».

Und wenn es dem Polen-Sturm nicht gelingen sollte, gibt es ja hoffentlich noch Michael Ballack. «Er ist unsere Lokomotive», sagt Klinsmann über den torgefährlichen Mittelfeldchef.