Klinsmann: Ballack ist unsere Lokomotive
12.06.2006
Herausgeber: netzeitung.de
«Die Kommunikation mit Michael Ballack ist sehr intensiv», sagt Jürgen Klinsmann über den Kapitän der deutschen Fußball-Mannschaft. Von Streit will der Bundestrainer aber nichts wissen. «Es gab keine Missverständnisse zwischen uns», sagte Klinsmann drei Tage nach dem WM-Auftaktspiel gegen Costa Rica (4:2), das Ballack wegen einer Wadenverletzung verpasst hatte. «Auf der einen Seite steht der Wunsch des Spielers zu spielen, auf der anderen die Entscheidung des Trainers», erklärte der Coach, da könne es schon einmal zu Enttäuschungen kommen.
Ballack hatte eine Verletzung in der Wade aus dem Kolumbien-Spiel nicht rechtzeitig behandeln lassen. Als Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt vor einem Einsatz warnte, ließ Klinsmann ihn auf die Fifa-Verletztenliste stellen. Der Bundestrainer zeigte am Sonntag in Berlin Verständnis für die öffentlichkeitswirksame Presse-Aktion Ballacks. «Wenn du einem Spieler sagst, er darf nicht spielen, tut das sehr weh.» Aber er habe die Verantwortung für die Gesundheit seiner Profis und wäre «niemals dieses Risiko eingegangen».
Der Einsatz des Mittelfeldstars wird von den Fans ebenso herbeigesehnt wie von den Mannschaftskollegen. Denn Polen, so Klinsmann, «ist ein anderes Kaliber» als Costa Rica. Die Mannschaft von Pawel Janas hatte ihr erstes Spiel in der Gruppe A am Freitag gegen Ecuador mit 0:2 verloren, am Mittwoch in Dortmund müssen gegen Deutschland drei Punkte her. «Für Polen ist das bereits ein Endspiel», sagte Klinsmann. «Mal sehen wie sie die Niederlage verkraftet haben, wir müssen unbedingt hochkonzentriert in das Spiel gehen.»
Ein Erlebnis der besonderen Art wird das Spiel für die Stürmer Lukas Podolski und Miroslav Klose, deren Heimat Gleiwitz und Oppeln ist. «Wir sind glücklich, zwei Polen als Angreifer zu haben», sagte Klinsmann, «denn sie sind technisch sehr stark». Der Trainer ist sich sicher, dass beide hoch motiviert sein werden und gegen ihre Landsleute «mehr als nur ein Tor schießen wollen».
Und wenn es dem Polen-Sturm nicht gelingen sollte, gibt es ja hoffentlich noch Michael Ballack. «Er ist unsere Lokomotive», sagt Klinsmann über den torgefährlichen Mittelfeldchef.

