Klinsmann feilt an Verfeinerung
23.05.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Was die Zuschauer des ersten Trainings der Fußball-Nationalmannschaft in Genf zu sehen bekamen, erinnerte an einen überdimensionalen Flipper. 16 Männer in bunten Leibchen waren auf dem Halbfeld des Stadions von Servette damit beschäftigt, so flüssig und schnell wie möglich zahlreiche Bälle zu- und wieder abzuspielen. Was anfangs etwas unordentlich wirkte, hatte ein System. «Damit sollen das Passspiel und die Ballübergabe verfeinert werden», erzählte Stürmer Lukas Podolski nach dem Training.
Zwei Mal 90 Minuten wird die Mannschaft täglich auf dem Rasen des Servette-Stadions trainieren. Dabei soll laut Klinsmann auch individuell mit jedem Spieler gearbeitet werden. «Jeder muss zusehen, dass er sich an sein bestmögliches Niveau heranarbeitet», sagt Klinsmann. Der 41-Jährige will innerhalb des Trainingslagers einen «Leistungswettkampf» entstehen lassen, «der bis in die WM hineinreicht».
Regelmäßig sind bis zum Auftaktspiel gegen Costa Rica am 9. Juni auch die Testspiele. Am heutigen Dienstagnachmittag bestreitet die Nationalmannschaft anstelle der zweiten Einheit ein inoffizielles Freundschafsspiel gegen Servette Genf, am Donnerstag spielt sie dann gegen die A-Jugend des Klubs. «Es geht darum, ein bisschen die Form zu finden, sich einzuspielen, ein paar Automatismen einzuüben», sagt Löw.
Den deutschen Nationalspielern hält Klinsmann damit den Rücken frei. Sie dürfen in Genf das tun, was ihnen wirklich Spaß bereitet: Fußball spielen. Während in der Vorwoche auf Sardinien die Regeneration im Vordergrund stand, wird nun außerhalb des Kraftraums ausschließlich mit Ball trainiert. »Es sollte eine gewisse Vorfreude entstehen«, sagt Klinsmann. Diesen psychologischen Trick hat er sich wohl bei Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters abgeschaut, der seinen Spielern kurz vor großen Turnieren ein striktes Schlägerverbot erteilt.

