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  • Klinsmann feilt an Verfeinerung
    23. Mai 2006 09:28, ergänzt 11:22

    Nicht mehr ohne Ball: Philipp Lahm (l.) mit Gipsarm, WM-Ball 'Teamgeist' und Physiotherapeut Wolfgang Bunz
    Bild vergrößern
    Foto: dpa
    Die deutschen Nationalspieler haben in Genf ein strenges Trainingsprogramm. Spaß macht es den meisten dennoch, denn der Ball ist Hauptbestandteil der WM-Vorbereitung.
     
    Von Dorothea Jantschke, Genf

    Was die Zuschauer des ersten Trainings der Fußball-Nationalmannschaft in Genf zu sehen bekamen, erinnerte an einen überdimensionalen Flipper. 16 Männer in bunten Leibchen waren auf dem Halbfeld des Stadions von Servette damit beschäftigt, so flüssig und schnell wie möglich zahlreiche Bälle zu- und wieder abzuspielen. Was anfangs etwas unordentlich wirkte, hatte ein System. «Damit sollen das Passspiel und die Ballübergabe verfeinert werden», erzählte Stürmer Lukas Podolski nach dem Training.

    «Höchste Intensität»

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  • «Verfeinerungen» sind das, was Bundestrainer Jürgen Klinsmann und Joachim Löw vor der Weltmeisterschaft erreichen wollen, denn filigrane Techniker werden die beiden Coaches aus den deutschen Spielern innerhalb der verbleibenden 17 Tage nicht mehr machen. Kraft und Kondition, Technik und Taktik, Spielsystem und Standardsituationen stehen auf dem Programm der nächsten sieben Tage am Genfer See. «Die Trainingseinheiten werden jetzt mit höchster Intensität gefahren», verfügte der Bundestrainer.

    Zwei Mal 90 Minuten wird die Mannschaft täglich auf dem Rasen des Servette-Stadions trainieren. Dabei soll laut Klinsmann auch individuell mit jedem Spieler gearbeitet werden. «Jeder muss zusehen, dass er sich an sein bestmögliches Niveau heranarbeitet», sagt Klinsmann. Der 41-Jährige will innerhalb des Trainingslagers einen «Leistungswettkampf» entstehen lassen, «der bis in die WM hineinreicht».

    Fitness ist die Basis

    Klinsmanns Ziel für die WM ist es, aggressiver zu spielen, als der jeweilige Gegner. «Der Aufbau einer starken Fitness ist die Basis dafür», weiß er. Dazu schickt der frühere Weltklasse-Stürmer seine Spieler täglich vor dem Fußball-Training ins Fitnessstudio. «Die Einheit war schon anstrengend, auch wenn das für einen Außenstehenden vielleicht nicht so aussieht», sagte Arne Friedrich nach dem ersten Tag. Der Abwehrspieler und Torwart Jens Lehmann sprechen aber für alle Kollegen, wenn sie sagen: «Ich bin froh, dass es mit dem regelmäßigen Training endlich losgeht».

    Regelmäßig sind bis zum Auftaktspiel gegen Costa Rica am 9. Juni auch die Testspiele. Am heutigen Dienstagnachmittag bestreitet die Nationalmannschaft anstelle der zweiten Einheit ein inoffizielles Freundschafsspiel gegen Servette Genf, am Donnerstag spielt sie dann gegen die A-Jugend des Klubs. «Es geht darum, ein bisschen die Form zu finden, sich einzuspielen, ein paar Automatismen einzuüben», sagt Löw.

    Straffer Ablauf

    Der Begegnung mit Luxemburg am Samstag misst Klinsmann den Wert einer Trainingseinheit vor Zuschauern zu: «Wir werden mittags hinfliegen, den Kick machen und direkt nach dem Spiel nach Genf zurückfliegen«. Dass die Spieler schwere Beine haben könnten, »nehmen wir in Kauf«. Ein nicht standesgemäßes Ergebnis und das darauf einsetzende Wehklagen der Öffentlichkeit ebenso.

    Den deutschen Nationalspielern hält Klinsmann damit den Rücken frei. Sie dürfen in Genf das tun, was ihnen wirklich Spaß bereitet: Fußball spielen. Während in der Vorwoche auf Sardinien die Regeneration im Vordergrund stand, wird nun außerhalb des Kraftraums ausschließlich mit Ball trainiert. »Es sollte eine gewisse Vorfreude entstehen«, sagt Klinsmann. Diesen psychologischen Trick hat er sich wohl bei Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters abgeschaut, der seinen Spielern kurz vor großen Turnieren ein striktes Schlägerverbot erteilt.




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