Schweißtreibendes WM-Training in Genf
22. Mai 2006 12:16, ergänzt 13:57
 |  Jens Lehmann (im Hintergund Thomas Hitzlsberger) | | Foto: dpa |
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Einträchtig haben die Torwarte Oliver Kahn und Jens Lehmann am Montag im Stadion von Servette Genf miteinander trainiert. Auch Manager Oliver Bierhoff war am Ball aktiv.
Von Dorothea Jantschke, GenfFür die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat der Ernst begonnen. Nach einer ruhigen Urlaubswoche auf Sardinien absolvierten die Nationalspieler um Bundestrainer Jürgen Klinsmann am Montag in Genf ihr zweites Training. Im Stadion des Klubs FC Servette Genf im Stadtteil La Praille begann der Tag für die 23 Auserwählten mit Aufwärmübungen im Fitnessraum der Arena. «Es wurde Zeit, dass wir härter trainieren», sagte Manager Oliver Bierhoff, derweil Andreas Köpke und Joachim Löw Trainingsutensilien auf den Rasen schleppten.
Erfreulich war, dass Sebastian Kehl zwei Wochen nach seiner Knöchel-Verletzung wieder voll ins Training einsteigen konnte. Der Dortmunder absolvierte wie auch Lukas Podolski (Rückenprobleme) das komplette Übungsprogramm. BVB-Profi Christoph Metzelder will nach seinem Muskelfaserriss in der Wade am Mittwoch wieder mit dem Team trainieren.
Als erster schlüpfte gegen 11 Uhr Torwart Jens Lehmann aus dem Kraftraum und schlenderte in Socken auf das Feld. Debütant David Odonkor kam gemeinsam mit Klinsmann, Stürmer Podolski war sich nicht zu schade, den Arztkoffer auf den Platz zu schleppen. Regisseur Sönke Wortmann, der die deutsche Elf auf ihrem Weg durch die WM begleiten darf, erreichte als letzter – vollständig in DFB-Kluft gekleidet und mit der Kamera in der Hand – das Stadioninnere.
Testspiel ohne Druck Am gestrigen Sonntagmorgen hatten die Spieler ihre Ehefrauen, Freundinnen und Kinder, die mit nach Sardinien hatten reisen dürfen, am Flughafen verabschiedet. Eine Woche lang stehen von nun an täglich zwei Mal 90 Minuten Training, taktische Schulungen und das Einstudieren von Standard-Situationen auf dem Programm. Am morgigen Dienstag um 18 Uhr ist ein Testspiel gegen eine Servette-Jugendmannschaft anberaumt, bei dem «ohne Druck», wie Bierhoff sagt, «Spielzüge einstudiert werden können». Slalomläufe mit dem Ball waren der Einstieg ins montägliche Training. Beim anschließenden temporeichen Kick im Halbfeld ließ auch Manager Bierhoff es sich nicht nehmen, mitzuspielen, während Klinsmann das Treiben von der Strafraumlinie aus beobachtete. Immer wieder brüllten sich die Spieler lautstark Anweisungen zu und spornten sich mit Klatschen an. Metzelder (Muskelfaserriss) und Philipp Lahm (Teilabriss von Sehne und Band am Ellbogen) mussten sich derweil mit kurzen Läufen und lockeren Sprints begnügen. Tim Borowski und Mike Hanke konnten wegen einer leichten Erkältung nur zusehen.
Hildebrand schaut zu Auf dem anderen Halbfeld drosch Torwartcoach Köpke Bälle aus kurzer Distanz auf Lehmann und Oliver Kahn. Einträchtig trainierten die beiden ehemaligen Streithähne, während Timo Hildebrand erst einmal nur Zuschauer war. Ersatzkeeper Kahn und der dritte Mann, Hildebrand, waren als erste an der Reihe als es ans Spielen ging. Michael Ballack und Bastian Schweinsteiger klinkten ihrem Klubkollegen mehrere Tore ein, Frings traf gegen Hildebrand. Auch als Lehmann ins Spiel eingriff, dauerte es nur wenige Sekunden, bis Miroslav Klose den Ball versenkte.Auffällig war, dass über die gesamten 90 Minuten mit dem Ball trainiert wurde. Auch Klinsmann selbst trug einen Ball bei sich. Das Spielgerät vor den Bauch geklemmt, verfolgte er das Training als stiller Beobachter. Immer wieder ließ er sich zwischendurch auf einem Laptop Leistungswerte zeigen, die offensichtlich aus dem Fitnesstraining stammten. Erst als es ans Auflaufen ging, ließen die Nationalspieler von ihren Bällen ab – allein Klinsmann trug seinen weiter unter dem Arm.
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