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  • Englische Presse lobt Deutschland
    07. Jul 2006 13:44

    Englische Fans feiern in Deutschland
    Bild vergrößern
    Foto: dpa
    Die Fußball-WM in Deutschland hat auch die englischen Kritiker positiv überrascht. Für einen ehemaligen Blair-Berater hat das heutige Deutschland endgültig nichts mehr mit dem früherer Zeiten zu tun.
     
    Von Christoph Sator

    Der Zusammenhang zwischen Adolf Hitler und der Fußball-WM mag nicht gleich für jeden auf der Hand liegen. Britische Boulevardblätter haben da keine Probleme. Zum Finale hob die «Daily Mail» wieder einmal Hitler ins Blatt. Mit dem Foto erinnerte die viel gelesene Zeitung (Auflage: rund 2,4 Millionen) daran, dass der Endspielort Berliner Olympiastadion einst von den Nazis gebaut wurde. Immerhin stellte sie auch fest: «Der Erfolg des Turniers ist ein Beweis dafür, wie sich Deutschland verändert hat.»

    «Rumpelfüßler» spielen schön

    Mehr in der Netzeitung:
    Auch bei Verweisen an die Vergangenheit ist sich die britische Öffentlichkeit einig: Die WM hat dem Gastgeber gut getan. Kaum jemals wurde auf der Insel so viel über Deutschland berichtet wie in den vergangenen Wochen. Fast immer kamen die Autoren zu dem Schluss, dass die alten Deutschland-Bilder mit der Wirklichkeit nicht mehr übereinstimmen. Weil die einstigen «Rumpelfüßler» plötzlich schönsten Offensiv-Fußball spielen und weil sich auch außerhalb der Stadien einiges getan hat.

    Der liberale «Independent» urteilte angesichts der Flaggenmeere in Schwarz-Rot-Gold: «Die Deutschen haben dank der WM ihre nationale Identität wieder entdeckt.» Die konservative «Times» zog einen Vergleich mit der Stimmung in Großbritannien nach dem Unfalltod von Prinzessin Diana im Sommer 1997: «Damals haben die Briten gelernt, in der Öffentlichkeit zu weinen. Jetzt lernen die Deutschen, sich selbst zu mögen.»

    Der Ex-Berater von Premierminister Tony Blair, Alastair Campbell, kam zu dem Schluss, dass die Deutschen die «eigentlichen Gewinner der WM» seien. Der «Schatten von Hitler» sei verschwunden. «Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlen sich die Deutschen wohl in ihrer eigenen Haut.» (nz)




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