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  • Stuttgart zur «No-Go-Area» erklärt
    25. Jun 2006 10:11

    Am Abend in Stuttgart
    Bild vergrößern
    Foto: dpa
    Bierbecher und Stühle auf Polizisten: Britische Fans sind in Stuttgart durch unfeines Verhalten aufgefallen. Für einige Hundert von ihnen ist die City nun verbotene Zone.
     
    Die Stuttgarter Innenstadt wird für Briten zur «No-Go-Area» – nur in einem ganz anderen Sinne, als die im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft an Afrikaner gerichteten Warnungen, bestimmte Gegenden Deutschlands zu meiden. Die Stuttgarter Polizei wollte einfach sicher gehen, dass sich das Drama vom Abend nicht wiederholt: Rund 400 zumeist britische Fans dürfen bis Montagmorgen nicht in die Stuttgarter City – sie hatten sich nach dem Achtelfinalspiel Deutschland gegen Schweden mit Anhängern der deutschen Nationalelf gerauft. Insgesamt seien 378 zumeist englische Fans in Gewahrsam genommen worden, teilte ein Polizeisprecher am Sonntag mit. Die meisten kamen in der Nacht wieder frei, erhielten aber den Platzverweis.

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  • Bereits in der Nacht zum Samstag hatten Polizisten in der Stadt, in der am Sonntagnachmittag das Achtelfinalspiel England-Ecuador stattfindet, 122 englische Fans wegen Randalierens festgenommen. 82 von ihnen müssen nach richterlicher Anordnung bis Montag in Gewahrsam bleiben.

    Wie eine Polizeisprecherin schilderte, saßen am Samstagabend nach dem Spiel Deutschland-Schweden zunächst etwa 500 Engländer auf Treppenstufen in der Stuttgarter Innenstadt. Als deutsche Fans vorbeikamen, provozierten sich beide Gruppen gegenseitig und gingen aufeinander los.

    Die Polizei, - mit einer Reiterstaffel im Einsatz - trennte die Randalierenden auf dem Schlossplatz in der Innenstadt. Beamte postierten sich zwischen den Fangruppen. Später kesselten mit Schutzanzügen, Helmen und Schlagstöcken ausgerüstete Polizisten die englischen Fans ein.

    Aus deren Reihen flogen mehrfach Bierbecher und vereinzelt auch Stühle auf Polizisten, die Beamten nahm nach und nach die gesamte Gruppe fest.

    Im Vorfeld der WM hatte der Afrika-Rat «No-Go»-Areale ausgewiesen, verbunden mit dem Hinweis an Menschen mit dunkler Hautfarbe, diese Gegenden zu meiden. Ex-Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye bekräftigte damals die Warnung (Ausländer würden bestimmte Gegenden «möglicherweise nicht mehr lebend verlassen») und löste eine heftige öffentliche Debatte darüber aus, inwiefern sich Ausländer in Deutschland sicher fühlen können. Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) beklagte nun, die Diskussion sei überflüssig gewesen. Tatsächlich wurden bis zur WM-Halbzeit keine ausländerfeindlichen Vorfälle bekannt. (nz)




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