netzeitung.deLehrergewerkschaft bedauert Hymnen-Kritik

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WM-Fans mit Deutschlandfahne (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe WM-Fans mit Deutschlandfahne
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Kritik an der deutschen Nationalhymne sei ein Fehler gewesen, meint GEW-Chef Thöne. Er entschuldigte er sich für seine Äußerung, die Hymne transportiere eine nationalistische Stimmung.

Im Streit um die deutsche Nationalhymne hat sich der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Ulrich Thöne, für seine Aussagen entschuldigt und Fehler eingeräumt. Er habe einen Beitrag «zu einer kritischen Diskussion über die Nationalhymne leisten» wollen, sagte Thöne. «Das hat bei vielen Menschen leider den Eindruck erweckt, die GEW wolle den Fans die Fußball-WM vermiesen oder spreche sich gar aktuell für ein Verbot oder die Abschaffung der Nationalhymne aus.»

«Wir bedauern diesen Fehler und entschuldigen uns bei allen - vor allem den Pädagoginnen und Pädagogen - für den ihnen entstandenen Schaden», heißt es in der Erklärung. Der GEW-Chef war wegen seiner Äußerungen auch innerhalb der Bildungsgewerkschaft heftig kritisiert worden.

Auslöser der Dispute war die Neuauflage einer Broschüre aus dem Jahr 1989 mit dem Titel «Argumente gegen das Deutschlandlied» zur WM durch den hessischen GEW-Landesverband. Mit dessen Vorsitzenden Jochen Nagel hatte Thöne dazu ein neues Vorwort verfasst. Anliegen der GEW sei es, «die Weltmeisterschaft zu einem weltoffenen und gastfreundlichen Ereignis zu machen». Rechtsradikale Störer sollten «keine Plattform für ihre dumpfen Parolen bekommen.» Dieser Wunsch sei bisher in hervorragender Weise erreicht worden, heißt es. Thöne unterstrich: «Wenn heute junge Fußballfans die Nationalhymne singen, tun sie das aus Lebensfreude und zur Unterstützung der deutschen Mannschaft.»

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) hatte den Vorwurf des Nationalismus gegen das Deutschlandlied als abwegig zurückgewiesen. «So einen Unsinn habe ich selten gehört», sagte Neumann am Montag im Deutschlandradio Kultur. Ein solcher Vorwurf disqualifiziere die Gewerkschaft und ihren Vorstand, nicht aber die Hymne selbst. «Dieses wunderschöne Lied von Hoffmann von Fallersleben und der Text der dritten Strophe des Deutschlandliedes in die nationalistische Ecke zu tun, ist so abwegig wie es abwegiger nicht geht», meinte der Staatsminister.

Auch der Vizevorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Wolfgang Bosbach (CDU), hatte die GEW-Kritik am Deutschlandlied gekontert. «Die Stimmungsmache gegen unsere Nationalhymne ist in der Sache abwegig und für eine Lehrergewerkschaft geradezu peinlich», sagte Bosbach der Netzeitung. CSU-Generalsekretär Markus Söder ergänzte ebenfalls in der Netzeitung: «Dass jetzt sogar die GEW die Abschaffung der Nationalhymne fordert, zeugt von einem undemokratischen Geschichtsbewusstsein» - Einigkeit und Recht und Freiheit seien die Grundwerte unserer Demokratie. (nz)