Lippi tritt als Nationaltrainer Italiens zurück
12. Jul 2006 11:23, ergänzt 13:46
 |  Marcello Lippi | | Foto: dpa |
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Marcello Lippi hat es Jürgen Klinsmann gleich getan und hat sich nach der WM von der Nationalmannschaft verabschiedet. Der Trainer hatte die Italiener zum Weltmeistertitel geführt.
Nach Jürgen Klinsmann hat auch der italienische Fußballnationaltrainer seinen Rücktritt erklärt. Marcello Lippi wollte seinen Vertrag, der nach der WM in Deutschland endete, nicht verlängern. Das teilte der Fußballverband Federcalcio am Mittwoch in Rom mit.
«Meine Aufgabe an der Spitze der Azzurri ist erfüllt», begründete Lippi seinen Rücktritt. Die Arbeit mit der Nationalmannschaft sei eine «außergewöhnliche Erfahrung» gewesen, hieß es in der von Federcalcio verbreiteten Erklärung.Lippi führte die italienische Auswahl zum Weltmeistertitel. Am Sonntag besiegte die Mannschaft im Berliner Olympiastadion Frankreich mit 5:3 im Elfmeterschießen und feierte den vierten Titel in der italienischen Fußball-Geschichte.
Berufliche Zukunft offen
Seine berufliche Zukunft ließ der Trainer zunächst offen: Bislang habe er keine andere Tätigkeit angenommen. Berichte über einen Wechsel zu Manchester United dementierte er. Auch Spekulationen, er wolle wieder Coach bei Juventus Turin werde, wollte der 58-Jährige laut der «Gazzetta dello Sport» nicht bestätigen.Lippi war zwei Jahre lang Trainer der Squadra Azzurra. Kurz vor der WM hatte er wegen der Verwicklung seines Sohnes Davide in den Fußball-Skandal bereits kurz vor dem Rücktritt gestanden. Als mögliche Nachfolger werden in der italienischen Presse bereits die ehemaligen Nationalspieler Roberto Donadoni und Gianluca Vialli sowie der ehemalige Coach von Inter Mailand, Alberto Zaccheroni, gehandelt.
Nach Angaben des Leiters der italienischen Delegation bei der WM, Giancarlo Abete, hatte Lippi inoffiziell bereits von einem Rücktritt gesprochen, bevor Italien ins Achtelfinale eingezogen war. Er wolle als Nationaltrainer aufhören, unabhängig vom Abschneiden Italiens bei der WM, soll Lippi gesagt haben.
«Wenn du jetzt geht, bringe ich dich um»
Italiens Weltmeistertrainer von 1982, Enzo Bearzot, hatte bis zuletzt versucht, Lippi umzustimmen: «Ich hoffe, er überlegt es sich noch.» Mittelfeldspieler Gennaro Gattuso hatte Lippi bei der Siegerehrung im Berliner Olympiastadion sogar gedroht: «Wenn Du jetzt gehst, bringe ich Dich um.» Spieler, Verband, Fans und Medien flehten im Chor: «Lippi, bitte bleib!»Mit Juventus Turin war Lippi vor seiner Zeit als Nationaltrainer fünf Mal Meister und einmal Champions-League-Sieger geworden. (nz)