Löw neuer Fußball-Bundestrainer
12. Jul 2006 11:39, ergänzt 12:38
 |  Joachim Löw. | | Foto: dpa |
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Joachim Löw soll die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zum EM-Titel führen. Der 46-Jährige wurde von Jürgen Klinsmann persönlich gebeten, seine Nachfolge anzutreten.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat nur wenige Stunden nach dem Rücktritt Jürgen Klinsmanns als Fußball-Bundestrainer einen Nachfolger präsentiert. Joachim Löw, bisher Assistent Klinsmanns und am Erreichen des dritten Platzes bei der WM maßgeblich beteiligt, übernimmt das Amt. «Jürgen Klinsmann hat vor zwei Jahren gesagt: Wir wollen Weltmeister werden. Ich sitze heute hier und sage: Wir wollen Europameister werden», sagte Löw am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main.
Weg weitergehen
«Ich bin froh, dass Jogi die Aufgabe angenommen hat», sagte Klinsmann sichtlich berührt, «er hat ja ohnehin schon den Löwenanteil der Arbeit gemacht». Der ehemalige Bundestrainer hatte seinen ehemaligen Assistenten persönlich gebeten, das Amt zu übernehmen. Teammanager Oliver Bierhoff war mit der Entscheidung ebenfalls zufrieden: «Joachim Löw ist der Mann, der den von Jürgen Klinsmann eingeschlagenen Weg weitergehen kann». Der 46 Jahre alte Ex-Profi Löw hatte als Trainer den VfB Stuttgart, den Karlsruher SC und mehrere Vereine in Österreich und der Türkei trainiert. Mit Stuttgart gewann er 1997 den DFB-Pokal und zog ins Europapokalfinale ein. «Wo auch immer Joachim Löw gearbeitet hat, hat er für attraktiven Fußball gesorgt», sagte Bierhoff in Frankfurt. Bei der Entscheidung pro Löw sei auch wichtig gewesen, dass der Badener über Auslandserfahrung verfüge.
Löws erste Amtshandlung wird die Suche nach einem neuen Assistenztrainer werden. «Ich wollte ja den Jürgen fragen», sagte er scherzhaft, «aber der will ja Pause machen». Einen Kandidaten hat Löw eigener Aussage nach noch nicht im Auge. Dieter Eilts wolle unter allen Umständen U21-Nationaltrainer bleiben.
Fitnesstrainer bleiben
Die Abläufe in der Nationalmannschaft hätten sich mittlerweile automatisiert. Die Spieler hätten großen Respekt vor Löw, so Bierhoff. «Die Mannschaft ist noch nicht am Ende.» Löw kann davon ausgehen, unter gleichen Bedingungen wie zuvor Klinsmann zu arbeiten. Die amerikanischen Fitnesstrainer um Mark Verstegen werden ihm ebenso erhalten bleiben wie Scout Urs Siegenthaler. «Urs ist für uns besonders wichtig geworden», sagte Löw. Der Schweizer habe mittlerweile Hunderte Spiele gesehen und wichtige Informationen zusammengetragen.Klinsmann hatte dem DFB am Dienstag mitgeteilt, dass er seinen Vertrag nicht verlängern werde. Der Ex-Bundestrainer gab als Grund seine Familie an. Er wolle nun ein halbes Jahr kein Engagement annehmen und sich ganz seiner Frau Debbie, und den Kindern Jonathan und Leila widmen. Außerdem hätten ihn die letzten zwei Jahre viel Kraft gekostet. (nz)