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Polen sträuben sich gegen Beenhakker

12. Jul 2006 10:18

Leo Beenhakker
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Foto: dpa
Leo Beenhakker hat das Amt des polnischen Natinonaltrainers noch nicht einmal angetreten. Da sprechen sich viele ehemalige Fußballer bereits gegen den Niederländer aus.
Die polnischen Fußball-Lehrer blieben zuletzt erfolglos, nun soll es ein Ausländer richten. Nach Pawel Janas und Jerzy Engel, die bei den Weltmeisterschaften in Deutschland sowie Japan und Südkorea in der Vorrunde scheiterten, soll der 64-jährige Niederländer Leo Beenhakker die polnische Nationalelf bei den Europameisterschaften 2008 weiter bringen. Gleich nach seiner Verpflichtung kündigte Beenhakker an, es werde ein «langer und schwerer Weg» sein. Die polnische Mannschaft habe noch viel Arbeit vor sich. «Aber wir werden bereit sein, wenn die Qualifikationsspiele im Herbst beginnen.»

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  • Der weit gereiste «Gastarbeiter» in Sachen Fußball, der zuletzt das Team von Trinidad und Tobago trainierte, aber auch in Mexiko, Saudi-Arabien, Spanien, der Schweiz und der Türkei arbeitete, war schon seit Wochen als möglicher Nationalcoach in den Medien im Gespräch. Im Fußballverband PZPN und bei den polnischen Vereinstrainern wird die Verpflichtung des ersten Ausländers als Trainer der Nationalmannschaft teilweise mit Unbehagen gesehen. Kosmopolit Beenhakker ahnt vermutlich noch nicht, dass viele Fans sich in ihrem empfindlichen Nationalstolz verletzt sehen.

    Nach eineinhalb Jahren in der sonnigen Karibik wird er sich nicht nur an den langen polnischen Winter, sondern auch an ein raues Klima in der polnischen Fußballwelt gewöhnen müssen. Die ersten Reaktionen jedenfalls lassen Widerstände befürchten.

    «Für einen Polen»

    «Ich war entschieden für eine polnische Option», zürnte etwa Grzegorz Lato, der Torschützenkönig der WM 1974. «Wir sollten an unseren Leuten festhalten, die polnische Trainingsidee bewahren», sagte er und gab den Medien die Schuld an der Wahl eines Ausländers. Sie hätten betont, nur dies sei die Rettung des polnischen Fußballs.

    «Bei diesem Zustand des polnischen Fußballs hat ein Ausländer nicht das Recht, Trainer der Nationalmannschaft zu sein. Das sollte ein junger Pole sein», zeigte sich aus PZPN-Mitglied und Schiedsrichter Wit Zelazko unzufrieden. Ein namentlich nicht zitierter Trainer sagte Journalisten, der Widerstand gegen Beenhakker sei größer, als dieser ahne.

    Ex-Nationalspieler Zbigniew Boniek, der sich ebenfalls gegen einen Ausländer als Nationaltrainer aussprach, sieht Beenkakkers Chancen mit dem polnischen Team skeptisch. «Ich habe nichts gegen Beenhakker, aber seine Ergebnisse mit der polnischen Mannschaft werden genauso sein wie unter den vorherigen Trainern», sagte er. «Man braucht vor allem gute Fußballer.» Und daran fehle es derzeit in Polen. (nz)



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