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Blatter hält an WM in Südafrika fest

11. Jul 2006 17:01, ergänzt 18:48

Fußballfans in Südafrika
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Foto: dpa
Fifa-Präsident Joseph Blatter hat die WM-Austragung in Südafrika im Jahr 2010 untermauert. Zuvor waren diverse Austragungsorte als Alternativen ins Spiel gebracht worden.
Von Ralf E. Krüger, Johannesburg

In Südafrika ist die erste Briefmarke der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 bereits gedruckt. Das Postzeichen im Nennwert von fünf Rand (etwa fünf Cent) zeigt einen wilden Hund mit einem Fußball zwischen den Vorderbeinen. Das Rudeltier steht in Afrika für Teamgeist - und der ist im Vorfeld des nächsten Mega- Sportspektakels dringend nötig. Denn die gerade beendete und hoch gelobte deutsche Fußball-WM setzt den nächsten Gastgeber unter Erfolgsdruck. Er sieht sich zudem negativen Stimmen ausgesetzt, die angesichts der enormen Herausforderungen seine Fähigkeiten anzweifeln. Auch in Südafrika selbst mangelt es nicht an Kritikern, Zweiflern und Pessimisten.

Spekulationen über Verlegung

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  • In Südafrika und Deutschland wurde schon über eine Verlegung der WM nach Australien, die USA und auch nach Deutschland spekuliert - ein schnell dementiertes Gerücht, das aber nicht nur in Afrika Unruhe auslöste. Auch Fifa-Präsident Joseph Blatter wies diese Spekulationen zurück. «Medienberichte, wonach die WM 2010 an ein anderes Land vergeben werden könnte, entbehren jeglicher Grundlage», betont der Weltverbandschef. «Die Fifa WM 2010 wird in Südafrika stattfinden.»

    In Südafrika wurden Kritiker in Rundfunkbeiträgen bereits als «unpatriotisch» und Ewiggestrige beschimpft. Viele Südafrikaner wittern Afro-Pessimismus und Rassismus - selbst in den eigenen Reihen. Präsident Thabo Mbeki sprach in Berlin besorgt von «einigen Leuten innerhalb des Landes», die es als ihre Daueraufgabe ansehen, Südafrika in negativen Farben zu malen: «Die haben den Übergang zur demokratischen Gesellschaft nie akzeptiert; die hoffen weiter, dass das Land untergeht.»

    Besorgte Fragen

    Auch Berichterstatter vom Kap fühlten sich in Deutschland irritiert von den besorgten Fragen nach dem Stand der Vorbereitungen in ihrer Heimat. «Sie fragten uns südafrikanische Journalisten in der gleichen Tonlage, Seid ihr bereit?', in der man fragen würde, ob ein junges Nilpferd bereit sei, eine Boeing über den Nordpol zu fliegen», wunderte sich Carlos Amato in einem Beitrag für die Johannesburger «Sunday Times». Er ist wie viele andere überzeugt, dass die Herausforderungen enorm sind, meint aber, dass fürs Schwellenland Südafrika ein Vergleich mit Deutschland eh illusorisch ist: «Wir werden die Dinge natürlich nach afrikanischem Stil machen müssen - wann und wo immer der afrikanische Stil besser ist.»

    Entgegen anderen Darstellungen haben die ersten Arbeiten am Kap bereits begonnen. Während noch vor dem Abpfiff der WM 2006 in Deutschland erste Vorbereitungen für den Neubau des futuristischen Senzangakhona-Stadiums in Durban einsetzten, lieferte die Fifa zudem einen weiteren Vertrauensbeweis in die Fähigkeiten der Südafrikaner. Sie vergab nach sechsmonatigen Verhandlungen die Übertragungsrechte der Weltmeisterschaften 2010 und 2014 an Südafrikas öffentlich-rechtlichen TV-Sender SABC. Der Vertrag enthält sowohl Fernsehrechte für frei empfangbare wie auch Pay-TV-Übertragungen. Mit der First National Bank hat sich auch der erste nationale Sponsor gefunden.

    Finanzen aufgestockt

    Nach Angaben von WM-Cheforganisator Danny Jordaan sind 75 Prozent aller Sponsoren-Abkommen unterzeichnet. Auch der Staat stockte bei den Finanzen auf. Das Budget für Transportverbesserungen im Vorfeld der WM 2010 wurde gerade von 3 auf 3,74 Milliarden Rand (415 Millionen Euro) nachgebessert. Der Bereich gehört mit dem Sicherheitssektor zu den Problemzonen des Landes. Bis Mitte 2009, so erklärte der für den WM-Tisch im Transportministerium zuständige Berater Richard Gordge Journalisten, soll alles bereit sein. Neben den deutschen Beratern ist auch die deutsche Wirtschaft massiv an den Vorbereitungen für die WM 2010 beteiligt - etwa beim Stadion-Bau in Durban. (dpa)



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