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Italienischer Politiker beschimpft Franzosen

11. Jul 2006 10:32, ergänzt 10:46

Roberto Calderoli
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Foto: dpa
Roberto Calderoli hat die «Equipe Tricolore» aufs Übelste beschimpft. Nach der Finalniederlage Frankreichs bezeichnete der italienische Ex-Minister die Spieler als Gruppe von «Negern und Moslems».
Nach dem WM-Sieg der Azzurri ist es zwischen Italien und Frankreich zu diplomatischen Verstimmungen gekommen. Der italienische Spitzenpolitiker der rechtspopulistischen Lega Nord, Roberto Calderoli, beschimpfte die französische Elf jetzt als «Mannschaft ohne Identität». Italien habe gegen ein Team gewonnen, «das um der Ergebnisse willen die eigene Identität verloren hat, indem es Neger, Moslems und Kommunisten aufgestellt hat», erklärte der Politiker, der schon früher mit seinen Provokationen in die Schlagzeilen geraten war.

Äußerungen nähren Hass

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  • Italien sei in Berlin hingegen mit einer Mannschaft angetreten, «die sich aus Lombarden, Kampaniern, Venetiern und Kalabresen zusammensetzt - ein Sieg für unsere Identität», sagte Calderoli. Der französische Botschafter in Rom, Yves Aubin de La Messuzière protestierte gegen die Worte Calderolis und schrieb einen Brief an Senatspräsident Franco Marini. «Eine so inakzeptable und verächtliche Äußerung kann nur Hass nähren», meinte der Botschafter. Frankreich sei stolz auf das Nationalteam, das sich «aus Söhnen des Landes» zusammensetze. Er erinnerte zudem daran, dass mehrere französische Spieler bei italienischen Clubs unter Vertrag stehen.

    Der frühere Reformminister Calderoli, der der Mitte-Rechts- Regierung unter Silvio Berlusconi angehörte, musste im vergangenen Februar zurücktreten. Grund: Er war im Fernsehen mit einem T-Shirt aufgetreten, das Mohammed-Karikaturen zeigte. Wegen der T-Shirt- Aktion war es in der libyschen Stadt Bengasi zu Unruhen vor dem italienischen Konsulat gekommen, bei denen elf Menschen ums Leben kamen.

    «Equipe Tricolore» begeistert empfangen

    Tausende Fans hatten am Montagnachmittag in Paris der französischen Fußball-Nationalmannschaft einen begeisterten Empfang beschert. Kapitän Zinedine Zidane, der im letzten Spiel seiner Karriere wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte gesehen hatte, wurde am lautesten von den Anhängern bejubelt. Zuvor hatte die Mannschaft von Trainer Raymond Domenech im Elysée-Palast mit Präsident Jacques Chirac zu Mittag gegessen. (nz)



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