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Lippi sieht groben Verstoß gegen Fifa-Regeln

10. Jul 2006 12:22

Marcello Lippi
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Foto: dpa
Marcello Lippi hat bestritten, dass dem Platzverweis von Zinedine Zidane im WM-Finale Hinweise von italienischer Seite vorausgegangen seien. Italiens Coach glaubt, ein Videobeweis habe Zidane überführt.
Italiens Nationaltrainer Marcello Lippi hat nach dem WM-Triumph seiner Elf bestritten, dass dem brutalen Kopfstoß von Frankreichs Star Zinedine Zidane gegen Italiens Abwehrspieler Marco Materazzi und dem anschließenden Platzverweis des Franzosen eine Provokation vorausgegangen sei. «Materazzi hat nicht gehandelt. Er hat den Schlag bekommen und ist verletzt worden», zitiert die englische Zeitung «The Guardian» den Trainer des Weltmeisters.

Videobeweis in Zeitlupe

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  • Die Forderung nach einer Roten Karte für den 34-Jährigen, der in Berlin sein letztes Spiel bestritt, seien zudem nicht von italienischer Seite erhoben worden. «Sie werden sehen, dass es nicht Materazzi gewesen ist, der den Schiedsrichter aufmerksam gemacht hat», sagte Lippi nach Angaben des «Guardian» nach dem 6:4-Sieg der Italiener.

    Laut Lippi sei Zidanes Platzverweis ein Videobeweis in Zeitlupe am Spielfeldrand vorausgegangen: «Der vierte oder der fünfte Offizielle haben sich am Spielfeldrand ein Video angesehen», zitiert der «Guardian» den 64-Jährigen: «Wir haben nichts gemacht. Sie haben es gesehen und dann den Schiedsrichter aufmerksam gemacht.» Laut Lippi sei dieses Vorgehen erstmals in der WM-Geschichte vorgekommen und ein «grober Verstoß gegen die Fifa-Regeln».

    Bruch der Fifa-Statuten

    Dieses Vorgehen würde tatsächlich einen eklatanten Bruch mit den Statuten des internationalen Fußballverbands Fifa darstellen, die einen offiziellen Video-Beweis während eines Spiels nicht vorsehen. Fifa-Präsident Joseph Blatter ist ein entschiedener Gegner der visuellen Spieldokumentation. Der Fifa-Offizielle Alain Leiblang mochte Lippis Behauptungen nach Angaben des «Guardian» unmittelbar nach dem Spiel weder dementieren noch bestätigen: «Ich habe noch nicht mit dem Schiedsrichter gesprochen und weiß es also nicht. Aber es ist alles möglich.»

    Erst auf Intervention des vierten Offiziellen, des Spaniers Luis Medina Cantalejo, soll der argentinische Referee Horacio Elizondo nach Rücksprache mit seinem Landsmann an der Linie, Dario Garcia, mit einiger Verspätung die Rote Karte gezückt haben. Eine Version, die vom Weltverband Fifa am Montag in Abrede gestellt wurde. «Es gab kein Video. Cantalejo hat den Vorfall gesehen und den Schiedsrichter über den Kopfhörer informiert», sagte ein Fifa-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa.

    Videobeweis gegen Frings

    Zidane hatte Materazzi in der 110. Minute völlig unvermittelt mit einem brutalen Kopfstoß gegen die Brust gefoult. Nach längeren Beratungen der Unparteiischen war er von Elizondo des Feldes verwiesen worden.

    Bei der Weltmeisterschaft war allerdings bereits der deutsche Nationalspieler Torsten Frings nach Sichtung von Videomaterial von der Fifa nachträglich gesperrt worden. Die Bilder sollen einen Faustschlag des Bremers gegen den Argentinier Julio Cruz im WM-Viertelfinale belegt haben. Frings war daraufhin für das Halbfinale gegen Italien gesperrt worden. (nz)



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