Italienische Fans feiern WM-Sieg
09. Jul 2006 23:18, ergänzt 23:21
 |  Italienische Spieler feiern den WM-Titel | | Foto: dpa |
|
Auch auf der Berliner Fanmeile habe die italienischen Fans den großen Erfolg ihrer Mannschaft gefeiert. Im Stadion verfolgten zahlreiche Prominente das Finale hautnahm mit.
Mit stürmischem Beifall haben hunderttausende Fans in Berlin den neuen Weltmeister Italien hochleben lassen. Nach dem 6:4-Triumph nach Elfmeterschießen im Finale gegen Frankreich im Olympiastadion stieg auf Deutschlands Partymeile Nummer eins am Brandenburger Tor ein letzter Riesenjubel in den Nachthimmel auf. Zum krönenden Abschluss der WM 2006 lagen sich die Fans der Azzurri vor Freude in den Armen und tanzten auf der Straße, andere zogen schnell ab. Viele freuten sich, dass die Italiener auch nach der unsportlichen Attacke des französischen Superstars Zidane die Trophäe errangen. Auch deutsche Fans applaudierten dem neuen Titelträger nach der dramatischen Zitterpartie. Auf den Stadionrängen wurde ausgelassen gefeiert.
In zahlreichen Städten in Italien wie aber auch in Deutschland feierten die Fans mit Autocorsos ihre Mannschaft.
Viele Gäste auf Fanmeile
Zum Ende der vierwöchigen Fußball-Dauerparty zeigte die Fanmeile in der Hauptstadt ein eher ungewohntes Farbenmeer. Zwar standen vor den Videowänden viele im weißen Dress der DFB-Auswahl, doch vor allem Anhänger der Endspielgegner waren in Scharen gekommen. Mit Fahnen und Gesängen hatten sich die «Tifosi» aus Italien und Anhänger der französischen «Equipe tricolore» schon lange vor dem Anpfiff auf die Titelentscheidung eingestimmt. Am Mittag war die Hauptstadt dagegen noch in der Hand deutscher Fans gewesen - beim umjubelten WM-Abschied der Nationalelf vor einem Fahnenmeer aus Schwarz-Rot-Gold.Zum dramatischen Endspielduell waren viele auch ohne Stadionticket aus den beiden Teilnehmerländern in Berlin angereist. «Genial!» riefen Vincent (32) und Thibault (33), die mit Freunden in einem Wohnmobil aus dem französischen Dünkirchen gekommen waren. Die 21- Jährige Silvia aus Genua schwärmte ebenfalls von der tollen Atmosphäre auf der Meile, die sich ebenso wie das Olympiastadion multikulturell präsentierte.
Hoher Besuch
Viele Deutsche kamen, um noch einmal Begeisterung und Stimmung für die künftig fußballärmere Zeit zu tanken. «Das war unsere WM», freute sich ein 44-Jähriger aus Aachen. Viola aus Lübbenau im Spreewald war es egal, wer spielte. Sie sei nur wegen der Stimmung angereist, sagte die 43-Jährige. Kurz vor dem Anpfiff kam auch noch der frühere US- Präsident Bill Clinton zu einem spontanen Überraschungsbesuch auf die Meile. Deutschland habe die WM ganz wunderbar organisiert, rief er den Fans zu und brauste ins Stadion.
Zahlreiche Staatsgäste
Berlin erlebte zum Finale auch einen Ansturm der VIPs und Staatsgäste. Neben den Präsidenten Jacques Chirac (Frankreich) und Giorgio Napolitano (Italien) kamen auch UN-Generalsekretär Kofi Annan und Südafrikas Staatspräsident Thabo Mbeki, dessen Land Gastgeber der WM 2010 ist. Vor dem Endspiel hatte Bundespräsident Horst Köhler die internationalen Gäste zu einem Empfang geladen.Auch in anderen Städten sorgten die Fans für einen gelungenen WM- Abschluss. In Frankfurt/Main strömten erneut mehrere zehntausend Menschen zum Fanfest. In Hannover verfolgten rund 10.000 Fans das Spiel auf Großbildleinwänden. Auch in den WM-Städten Dortmund und Köln waren es jeweils mehr als 10.000. In Hamburg feierten rund 40.000 eine letzte WM-Party, in München waren es mehr als 20.000 Fans.
Enttäuschung in Frankreich
In Frankreich haben Hunderttausende von Franzosen die Stadien, Plätze und Cafés verlassen, auf denen sie auf Großbildschirmen die Niederlage ihrer Equipe im Endspiel verfolgt hatten. Auf den für den Verkehr gesperrten Champs-Elysées hatten sich Zehntausende von Fans während des Endspiels in Berlin versammelt. Die Niederlage ihrer Mannschaft quittierten sie mit einem einzigen lauten Schrei der Enttäuschung. (nz)