06. Jul 2006 13:55
SCHWEIZ:«Tages-Anzeiger»:
Die Franzosen mussten nicht leiden, um das 1:0 über die Zeit zu bringen. Obwohl sie in der zweiten Halbzeit kaum mehr Gutes für das Spiel getan hatten. (...) Frankreich zieht in das Finale gegen Italien ein. Die Geschichte dieser Mannschaft ist die Geschichte einer Wiedergeburt.
«Neue Zürcher Zeitung»:
Die Verwandlung ist perfekt. Das ältliche Entlein ist endgültig wieder ein stolzer gallischer Hahn. (...) Man mag den Franzosen am Ende Verwaltungsmentalität oder allzu große Resultat-Orientiertheit vorwerfen. Ein Spiel mit dem Feuer war ihr Vorgehen jedoch kaum. Dafür waren die Portugiesen insgesamt zu ideen- und harmlos in ihren Bemühungen.
NIEDERLANDE:
«De Volkskrant»:
Leidenschaft, Erfahrung, Überzeugungskraft, Einheit und Klasse wiegen im Fußball schwerer als das Alter. Der Weltmeister von 1998 hat sich nach dem Fiasko von Südkorea vor vier Jahren (...) auf intelligente Weise wieder gefangen. Aber die Frage ist, ob das auch gegen Italien reicht.
«Telegraaf»:
Komödie beendet. Zidane schießt portugiesische Schauspieler aus der WM.
SCHWEDEN:
«Expressen»:
Alter und Schönheit im Finale. Jetzt könnte uns in Berlin eine klassische Schlaftablette erwarten. Zwei Mannschaften, die auf Verlängerung, Elfmeterschießen und die abschließende Verbeugung warten. Wenn nicht eine doch 1:0 gewinnt.
«Aftonbladet»:
Zidane war nicht genial, aber doch besser als ein durchschnittlicher Mittwochs-Zizou. Und das können viele schon nicht verkraften. Immerhin entschied dieser Spieler das Match.
DÄNEMARK:
«Jyllands-Posten»:
Vom Fiasko zum Finale. Zidane machte den Unterschied aus. Zizou kann immer noch wunderbare Dinge mit dem Ball.
SERBIEN:
«Vecernje novosti»:
Die Franzosen haben mit vielen Problemen das Finale erreicht. Man hat den Eindruck, dass ein Torwart mit so viel Erfahrung wie Fabien Barthez das Halbfinale nur als Darstellung für die Fotografen verstanden hat. Er hatte viel Glück.
«Sportski zurnal»:
Das Spiel ist auf jeden Fall ein historisches, weil es in Errinnerung bleibt als der vorletzte Auftritt in der Karriere eines der besten Spielers der Fußball-Geschichte - Zinédine Zidane. Was für ein Abschied wäre es mit der Trophäe des Weltmeisters in den Händen. Aber dazu werden auch die Italiener gefragt.
POLEN:
«Rzeczpospolita»:
Alter schadet nicht, wenn man den Mut zum Träumen hat. Frankreich, die älteste Mannschaft des Turniers, spielt am Sonntag im Finale gegen Italien um den Weltcup. Die Liste der französischen Helden ist lang, aber Thierry Henry hat das Recht, die Nase besonders hoch zu tragen.
«Gazeta Wyborcza»:
Portugal griff an, schoss, hatte öfter den Ball, aber das brachte nichts. Gestern spielten die Franzosen weiser, hatten keine Schwachpunkte, wehrten erfolgreich die Angriffe des Rivalen ab. Das Team der Trikolore wartete auf einen geeigneten Moment, einen Fehler.
«Przglad Sportowy»:
Das Tor von Zinedine Zidane aus dem Strafraum gab Frankreich die zweite Chance in der Geschichte auf das Finale der Weltmeisterschaft. Die Portugiesen waren häufiger im Ballbesitz, schossen öfter auf das Tor, schafften aber nicht einmal ein Ausgleichstor.
ÖSTERREICH:
«Kronenzeitung»:
Den Franzosen merkte man die Strapazen nach ihrem sensationellen Sieg über Brasilien irgendwie an. Die «Rentnergang» wirkte nicht so frisch, wie in den Spielen zuvor, es passierten viele kleine Konzentrationsfehler.
«Kurier»:
Zinedine Zidane darf auf der großen Bühne Abschied feiern. Frankreich schummelte sich in einem schwachen Spiel durch Elfertor gegen harmlose Portugiesen in das Berliner Endspiel.
«Die Presse»:
So einfach und zweckdienlich kann Fußball sein. Frankreich reduzierte seinen Offensivgeist im WM-Halbfinale gegen Portugal auf ein Minimum. Und trotzdem genügte es, um ins Finale gegen Italien einzuziehen.
(nz)