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Figo mutiert zum tragischen Helden

06. Jul 2006 08:51

Luis Figo (l.), Patrick Vieira und Zinedine Zidane
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Foto: dpa
Luis Figo gilt in Portugal nun endgültig als Vertreter der «verlorenen Generation». Auch in seinem wohl letzen Anlauf klappte es nicht mit einem Titelgewinn.
Von Michael Langenwalter, München

Luis Figo ist wohl auch bei seinem letzten Versuch gescheitert, einen großen Titel zu gewinnen. Der durch eine Oberschenkelverletzung gehandicapte Kapitän der Portugiesen gab im WM-Halbfinale gegen Frankreich zwar alles, konnte bei der 0:1-Niederlage dem Spiel seiner Mannschaft aber keine entscheidenden Impulse verleihen.

Letztes Relikt der großen Juniorenelf

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  • Der Profi von Inter Mailand bemühte sich zwar nach Kräften, war aber zu weit von der Form seiner Glanzzeiten entfernt. «Wir haben alles getan, um das Finale zu erreichen. Leider ist es uns nicht gelungen», sagte Figo nach der Partie. «So ist das nun einmal im Fussball: Manchmal ist der Gegner nicht besser, gewinnt aber trotzdem, weil er seine einzige Tormöglichkeit nutzt».

    Das verlorene Finale vor zwei Jahren bei der Heim-EM gegen Griechenland steht für Portugals einst so genannte «Goldene Generation» als bestes Resultat da. Jene Junioren, die Ende der 80er Jahre mit dem WM-Titel in ihrer Heimat große Erwartungen geweckt hatten, konnten sich bei den «Großen» nie durchsetzen. Der 33 Jahre alte Figo ist das letzte Relikt dieses Teams, dessen Spieler inzwischen als «verlorene Generation» betitelt werden.

    Zidane spendet Trost

    Daran konnte auch Luiz Felipe Scolari nichts ändern. Der Weltmeister-Trainer von 2002 kassierte nach zwölf Siegen bei WM-Spielen in Folge ausgerechnet beim 13. Duell seine erste Niederlage. «Wir haben alles versucht und haben es letztendlich nicht geschafft», sagte der Brasilianer. Scolari war sich der entschiedenden Schwäche seiner Portugiesen wohl bewusst. Viel zu selten kamen die Bälle gefährlich vor das Tor des unsicheren französischen Schlussmanns Fabien Barthez. Mit Fernschüssen war der Torhüter nicht zu bezwingen. «Wir haben die Durchschlagskraft vermissen lassen», ergänzte Figo.

    Dabei hatte ausgerechnet der Kapitän die große Möglichkeit zum Ausgleich. Doch nach Barthez' Volleyball-Einlage ging sein Kopfball über das Tor (78.). Dem Rückstand lief die auf Ergebnis halten ausgerichtete Mannschaft bis zum Schlusspfiff hinterher. Was bleibt, ist der Trost von Zinedine Zidane. Der Franzose ging nach dem Schlusspfiff in München geradewegs zu seinem ehemaligen Mannschaftskollegen bei Real Madrid und drückte ihn fest an sich. Die beiden Freunde tauschten anschließend auch die Trikots.

    Scolari: Müssen Niederlage akzeptieren

    «Eine Situation hat diese Partie entschieden», lautete Scolaris Analyse. Eine Situation, die den Unterschied ausmachte. Bei Henrys Sturz pfiff Schiedsrichter Jorge Larrionda. Von den zahlreichen Schauspieleinlagen der Portugiesen ließ sich der Uruguayer aber nicht beeindrucken. Scolaris nüchterne Bilanz: «Ich denke, wir müssen die Niederlage akzeptieren.» Denn «insgesamt war es ein verdienter Sieg für Frankreich.»

    Somit können die Portugiesen nur noch den dritten Platz bei der WM 1966 wiederholen. Die Partie gegen Deutschland soll nun der passende Abschluss des portugiesischen WM-Auftritts werden. «Wir sind hier das Überraschungteam», so Scolari. Das soll am Samstag wieder so sein.



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