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Zidane kann zur Legende werden

06. Jul 2006 08:27, ergänzt 13:56

Zinedine Zidane (l.), Ricardo Carvalho
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Foto: dpa
Im WM-Endspiel gegen Italien kann sich Frankreichs Fußball-Star Zinedine Zidane endgültig unsterblich machen. Seinem Trainer hilft bei der WM ohnehin nur der Titelgewinn weiter.
Von Michael Langenwalter, München

Als Fernando Meira den Ball in der Nachspielzeit über das Tor von Schlussmann Fabien Barthez gedroschen hatte, blickte Zinedine Zidane dankbar gen Münchner Nachthimmel. Hat der zurückkehrte Spielmacher eine französische Nationalelf doch zum zweiten Mal in eine WM-Finale geführt. Acht Jahre nach dem Triumph in der Heimat spielt die «alte Garde» nach dem 1:0-Halbfinalsieg gegen Portugal nun am Sonntag in Berlin gegen Italien wieder um den Titel.

Domenech: Das ist unglaublich

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  • «Das ist unglaublich, dass wir hier im Finale stehen», jubilierte Frankreichs immer noch umstrittener Trainer Raymond Domenech nach dem Arbeitssieg in München. «Das ist super.» Doch Domenech weiß, dass seiner Kritiker nur nach dem Titelgewinn in Berlin verstummen werden. «Jetzt müssen wir bis Sonntag noch einmal alle Kräfte bündeln, um unser ganz großes Ziel auch wirklich zu erreichen.» Andernfalls ist die Trainerfrage in Frankreich sofort wieder ein Thema. Zumal die Equipe Tricolore in Zukunft ohne ihren genialen Spielmacher auskommen muss.

    Zidane-Treffer entscheidet die Partie

    Vom unangreifbaren Status eines Zinedine Zidane ist Domenech weit entfernt. Zidane selbst kann seiner unvergleichlichen Karriere mit dem zweiten WM-Titel in seinem letzten Spiel überhaupt noch die Krone aufsetzen. Der 34-Jährige war es auch, der mit seinem Elfmetertor aus der 33. Minute seiner Mannschaft den Weg ins Finale erst ermöglichte. Stürmer Thierry Henry war über das ausgestreckte Bein des am Boden sitzenden Portugiesen Ricardo Cavalho gestürzt. Zidane verwandelte sicher und lächelte anschließend. Was durchaus bemerkenswert ist.

    Ansonsten zog der sonst eher ernst dreinblickende, bisherige Akteur von Real Madrid im Spielaufbau zwar die Fäden, hielt sich aber selbst zurück. Zidane wollte unbedingt eine weitere Gelbe Karte vermeiden, um einer Sperre für das Finale zu entgegen. Sein Landsmann Louis Sahe war da nicht so vorsichtig und muss nun im Endspiel zusehen.

    Nur die Mannschaft zählt

    Große Worte wollte Zidane über seine Leistung auch diesmal nicht verlieren. Wortlos verließ er den Rasen und zeigte sich auch später sehr schweigsam. Es zähle ohnehin nur die Mannschaft, wie er immer wieder betont. Die «Les Bleus» mussten sich gegen Portugal nicht sonderlich anstrengen. Nach dem Führungstreffer verteidigten sie, wo es notwendig war, und beließen es ansonsten bei einzelnen Kontern. Mehr war auch nicht nötig, da die Portugiesen in der Offensive nicht entschlossen genug agierten.

    Dass dies gegen Italien anders laufen wird, ist sich auch Zidane bewusst. Dann wird er seine Genialität am Ball noch ein letztes Mal zeigen müssen. Für Trainer Domenech ist es derweil ein großer Vorteil, «dass wir viele erfahrene Spieler ins Finale gehen.» Das - und selbstverständlich Zidane - würde am Ende den Ausschlag geben. Für Frankreich natürlich.



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