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Zidane sichert Sieg gegen Portugal

05. Jul 2006 21:46, ergänzt 23:32

Zinedine Zidane (r.) und Thierry Henry feiern das Tor.
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Foto: dpa
Ein französisches Abwehrbollwerk und Kapitän Zinedine Zidane haben Frankreich das WM-Finale beschert. Portugal ließ den letzten Siegeswillen vermissen.
Frankreich hat nach 1998 wieder das Finale einer Fußball-Weltmeisterschaft erreicht. Der Champion von damals gewann in einem schwachen, höhepunktarmen Halbfinale am Mittwoch glücklich gegen Portugal mit 1:0 (1:0). Zinedine Zidane (33./Foulelfmeter) schoss den Favoriten vor 66.000 Zuschauern im ausverkauften WM-Stadion von München ins Endspiel am Sonntag (20 Uhr, ARD und Premiere) in Berlin, wo die «Equipe Tricolore» auf Deutschland-Bezwinger Italien trifft. Der Torschütze des Abends darf im Klassiker gegen die «Squadra Azzurra» auf den goldenen Abschluss seiner glanzvollen Karriere hoffen. Portugal spielt am Samstag (21 Uhr, ZDF und Premiere) in Stuttgart gegen die deutsche Mannschaft.

Sichere französische Abwehr

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Thierry Henry konnte nach dem Spiel seine Genugtuung nach der Kritik zu WM-Beginn nicht verbergen: «Wir haben ein starkes Team, egal, was am Ende heraus kommt. Am Anfang hat man uns für tot erklärt, und jetzt stehen wir im Finale.»

Trainer Raymond Domenech, der wie sein Team kritische Wort über sich ergehen lassen musste, ließ seiner Freude freien Lauf: «Wir sind alle überglücklich. Ein WM-Endspiel zu erreichen, ist etwas ganz Besonderes. Ich habe immer den 9. Juli zu unserem großen Ziel erklärt. Wir sind bereit.»

Scolari kurz angebunden

Dagegen war Portugals brasilianischer Trainer Luiz Felipe Scolari nach seiner ersten Niederlage bei einer WM enttäuscht und kurz angebunden: «Wir haben alles versucht, es aber nicht geschafft. Ich kann die Franzosen nur beglückwünschen.»

Die Franzosen konnten sich auch gegen Portugal auf ihre um Lilian Thuram, der sein 120. Länderspiel bestritt, und William Gallas sicher stehende Abwehr verlassen. Vor allem im zweiten Durchgang machten «Les Bleus» nach vorne fast gar nichts mehr. Allerdings investierten die Portugiesen, die stark begonnen hatten, zu wenig, um die clever und routiniert auftretenden Franzosen ernsthaft zu gefährden.

Frankreich trat das Halbfinale zum dritten Mal in Folge mit der gleichen Aufstellung an. Bei den Portugiesen konnte Trainer Luiz Felipe Scolarie wieder seinen Spielgestalter Deco und Mittelfeldakteur Costinha aufs Feld schicken. Der kleine Spieler des FC Barcelona war dann auch der Mann, über den meiste Zeit das Spiel der Südeuropäer lief.

Beide Mannschaften verzichteten auf ein vorsichtiges Abtasten. Zumindest zu Beginn entwickelte sich eine muntere Partie mit jeweils einer Chance auf beiden Seiten. Ganz konkret wurde es in der 9. Minute als Portugals Christiano Ronaldo, der trotz Oberschenkelbeschwerden dabei war, seinen schussstarken Kollegen Maniche mit der Hacke in Position brachte. Der Mann vom FC Chelsea setzte den Ball jedoch knapp über die Latte. Die Portugiesen zeigten in den ersten 15 Minuten das reifere Spiel, der Ball lief flüssiger als beim Favorit aus Frankreich.

Stürmer hängen in der Luft

Insgesamt hatten es jedoch die beiden einzigen Stürmer - Thierry Henry für Frankreich und Pauleta für Portugal - schwer, mit guten Szenen auf sich aufmerksam zu machen. Die Unterstützung aus dem Mittelfeld fiel einfach zu mager aus. Zudem waren beide Defensivabteilungen wie schon im gesamten Turnierverlauf auf der Höhe. Ausgerechnet der Weltklasseverteidiger Ricardo Carvalho patzte jedoch, als er in der 32. Minute Henry im Strafraum am Fuß traf, und dieser nur allzugern fiel. Kapitän Zidane ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen und verwandelte den Strafstoß zum 1:0 - eine schmeichelhafte Führung zu diesem Zeitpunkt.

Drei Minuten waren in der zweiten Halbzeit gespielt, da zeigte Arsenal-Torjäger Henry seine Gefährlichkeit, ließ Stuttgarts Verteidiger Fernando Meira stehen und scheiterte am aufmerksamen Ricardo. Zwei Minuten später lenkte der Elfmeterheld aus dem Viertelfinale gegen England einen satten Fernschuss von Wirbelwind Franck Ribéry über die Latte. Danach stellte Frankreich sein Offensivspiel ein.

Nach 53. Minuten konnte auch erstmals der bei der WM bislang so unglücklich agierende Pauleta auf sich aufmerksam machen, als er sich blitzschnell drehte und aus elf Metern das Außennetz traf. Bis dahin hatte der für Paris St. Germain stürmende Portugiese völlig in der Luft gehangen. Die kompakt stehenden Franzosen ließen den Gegner weiter kommen, doch der EM-Finalist von 2004 agierte zunehmend ideenloser nach vorn.

Frankreichs Torsteher Fabien Barthez hätte Portugal beinahe den Ausgleich geschenkt, als er bei einem 20-Meter-Freistoß von Ronaldo genau auf den Mann, den Ball fallen ließ. Doch auch diese Möglichkeit ließen die Portugiesen verstreichen. (nz)



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