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Rücktrittswelle bei WM-Trainern

05. Jul 2006 14:31

Jürgen Klinsmann. Foto: dpa
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Das Scheitern bei der Fußball-WM hat etliche Trainer dazu bewegt, ihren Hut zu nehmen. Nach der Niederlage im Halbfinale gibt es auch um Jürgen Klinsmann Spekulationen.
Am Arbeitsmarkt für Fußball-Nationaltrainer gibt es immer mehr offene Stellen: Als bereits elfter Coach eines WM-Teilnehmers hat am Mittwoch Mexikos argentinischer Coach Ricardo La Volpe seinen Rücktritt eingereicht. Dem stehen nur acht Fußball-Lehrer gegenüber, die über die am Sonntag endende Weltmeisterschaft hinaus mit Verträgen ausgestattet sind. Interessant: Wie bei Jürgen Klinsmann ist auch bei den anderen WM-Halbfinalisten die Zukunft der Teamchefs offen: Luiz Felipe Scolari (Portugal), Raymond Domenech (Frankreich) und Marcello Lippi (Italien) sollen nach Vorstellungen ihrer Verbände ihre erfolgreiche Arbeit aber fortsetzen.

Brasilien will Scolari zurück

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  • «Gebt mir Zeit», sagte Klinsmann nach der 0:2-Semifinalniederlage gegen Italien, dessen Erfolgscoach Lippi das WM-Endspiel abwarten will: «Ich werde bis zum Ende der WM nichts dazu sagen, nicht mal einen halben Satz.» Auch Scolari ist umworben und pokert. «Brasilien will ihn zurückhaben. Er ist der beste Trainer der Welt. Wir müssen alles dafür tun, dass er bei uns bleibt», forderte Portugals Torwart Ricardo. In Frankreich stand schon der WM-Champion von 1998, Laurent Blanc, als potenzieller Nachfolger parat, doch nach dem Sieg über Brasilien hat Domenech wieder beste Karten. Zumal die Technische Direktion des Verbandes, in der Domenechs Ziehvater Aimé Jacquet das Sagen hat, einen Posten für Domenech in der Hinterhand hält.

    Mit Verträgen bis 2008 ausgestattet sind die Niederländer Marco van Basten sowie Karel Brückner (Tschechien), Jakob Kuhn (Schweiz), Luis Aragones (Spanien), Lars Lagerbäck (Schweden) und Roger Lemerre (Tunesien). Außer für den Letztgenannten ist die EURO 2008 in Österreich und der Schweiz nächstes Ziel. Der Ukrainer Oleg Blochin arbeitet zwar ohne Vertrag, soll seine erfolgreiche Arbeit (Viertelfinale zur WM-Premiere) aber fortsetzen. Einen Kontrakt bis 2008 hat auch Saudi-Arabiens Brasilianer Marcos Paqueta, doch sein Verbleib ist nach dem Vorrunden-K.o. mehr als fraglich: Denn Verbandschef Prinz Sultan bin Fahad bin Abdulaziz hat zuletzt 11 Trainer in 15 Jahren verschlissen.

    La Volpe nach Europa

    Als bisher letzter WM-Coach von Bord gegangen ist La Volpe. Den Kettenraucher, der Mexiko ins Achtelfinale geführt hat, zieht es «als Clubcoach nach Europa». Fündig wurden dort schon zwei Amtskollegen: Japans Brasilianer Zico betreut künftig als Christoph-Daum-Nachfolger Fenerbahce Istanbul, Südkoreas Niederländer Dick Advocaat ist nun für Zenit St. Petersburg tätig. Sein bisheriger Assistent und Landsmann Pim Verbeek übernimmt die Koreaner, während in England der über die «Scheich-Affäre» gestolperte Sven-Göran Eriksson seinem «Co.» Steve McClaren Platz macht. Der niederländische Weltenbummler Guus Hiddink tauscht die Bank der Australier gegen die Russlands ein.

    Zurückgetreten sind Jose Pekerman (Argentinien), Henri Michel (Elfenbeinküste), Branko Ivankovic (Iran), Pawel Janas (Polen), Ilija Petkovic (Serbien-Montenegro) und Alexandre Guimaraes vom deutschen Eröffnungsspiel-Gegner Costa Rica. Und auf wackligen Beinen steht der Trainerstuhl von Bruce Arena (USA), Anibal Ruiz (Paraguay), Zlatko Kranjcar (Kroatien), die mit ihren Teams in der Vorrunde scheiterten, und selbst von Carlos Alberto Parreira: Der Weltmeister-Coach von 1994 scheiterte mit Titelverteidiger und Top-Favorit Brasilien schon im Viertelfinale und muss Vorgänger Scolari als Nachfolger fürchten. (nz)



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