Italiener wollen Pessotto-Schock ausblenden
Geheimfavorit Ukraine kommt indes mit breiter Brust nach Hamburg und versucht, den Favoriten mit kleinen Sticheleien weiter zu verunsichern. Vor allem Superstar Andrej Schewtschenko brennt im Duell mit seinen ehemaligen Team-Kollegen vom AC Mailand auf eine erneute Überraschung.
Von einer normalen Vorbereitung bei den «Azzurri» kann keine Rede sein. Und dabei ist der WM-Debütant ein harter Brocken für die bislang in der Defensive überragenden, im Angriff aber wenig überzeugenden Italiener. «Einen wie Schewtschenko darf man keine Sekunde aus den Augen lassen», warnte Elfmeterheld Francesco Totti.
«Aber die Ukraine besteht nicht nur aus Schewtschenko», mahnte Lippi, der aus seiner Aufstellung wieder ein Geheimnis machte. Der Einsatz des Römers gilt aber als sicher. «Das ist das Problem von Trapattoni», meinte Ukraine-Coach Oleg Blochin bei der Pressekonferenz in Potsdam auf die Frage, ob er denn Totti aufstellen würde. Erst als er darauf hingewiesen wurde, dass Lippi das Team des Gegners betreut, wurde ihm sein Fehler klar: «Trappattoni und Lippi sind doch beides gute Trainer...»
Bei den Ukrainern ist Andrej Woronin nach seinem Muskelanriss im Oberschenkel nicht dabei. «Wir müssen die Italiener provozieren. Der Totti, der hat doch bei fast jedem Turnier eine Rote Karte gesehen. Wenn Du ihm das sagst, spuckt er gleich zurück», gab der Leverkusener das fragwürdige Konzept seines Teams preis, das durch einen erneuten Prämien-Regen erneut zu einer Überraschung angetrieben werden soll.
Laut «Sport-Express» könnte die von Oligarchen ursprünglich ausgelobte Prämie von 4,5 Millionen für den Einzug in die Runde der letzten Vier auf acht Millionen Dollar (6,3 Millionen Euro) aufgestockt werden. Dabei haben die Ukrainer mit acht Millionen Dollar derzeit schon so viel verdient wie kein anderes Team. Die Stammspieler konnten damit bereits knapp 400.000 Euro einstreichen.
Schewtschenko hat seine Gefährten auf einen Sieg eingeschworen. «Ich habe meine Kameraden gebeten, gegen Italien sehr gut zu spielen und mir damit ein spezielles Geschenk zu bereiten», meinte der neue Chelsea-Stürmer. «Für mich ist das ein ganz besonderes Match, weil ich so lange in Italien gespielt habe», meint er und betont immer wieder, dass die Ukrainer keine Angst vor dem Rivalen haben.
Während Blochin das Viertelfinale schon als «Zugabe» bezeichnete, wäre für die Italiener das WM-Aus gegen den Außenseiter eine Blamage. «Auf dem Papier ist die Ukraine der leichteste Gegner», gibt Totti zu. (nz)

