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Engländer erzwingen ihr Glück

26. Jun 2006 09:49

David Beckham
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Foto: dpa
Die englischen Spieler wissen sehr wohl, dass der Sieg gegen Ecuador äußerst glücklich zustande kam. Trainer Sven-Göran Eriksson holt gleich zum Gegenschlag gegen seine zahlreichen Kritiker aus.
Bilderschau:
Englands Teammanager Sven-Göran Eriksson hat es einfach schwer. Der Schwede kann eigentlich machen, was er will. Seine Mannschaft kann einen tollen Fußball spielen oder auch nicht, sie kann gewinnen oder verlieren. Die englische Boulevardpresse hat sich längst auf den scheidenden Nationaltrainer eingeschossen. Eriksson selbst hat in den vergangenen Jahren ja auch genug Stoff geliefert und kaum ein Fettnäpfchen ausgelassen.

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  • Jetzt steht sein Team bei der WM schon im Viertelfinale. Dank eines Freistoßtreffers von David Beckham nach einer Stunde setzten sich die Engländer am späten Sonntagnachmittag im Achtelfinale gegen Ecuador durch. Das ist die Gelegenheit für Eriksson, sich bei der Presse zu revanchieren. Jetzt, wo er bei der WM einen ersten zählbaren Erfolg vorweisen kann. «Ich glaube, das war der Tag, in dem wir auch einmal Glück haben mussten in einer Partie», verkündete der Coach nach dem Abpfiff. Nicht nur Beckham in der Spiel entscheidenden Szene hatte das nötige Quäntchen Glück. Ecuadors Torhüter machte beim Freistoß eine unglücklich Figur.

    Wie oft waren die stets hoch gehandelten Engländer bei großen Turnieren vorzeitig gescheitert. Vielfach erst im Elfmeterschießen. Doch es geht auch anders, ließ Eriksson klar durchblicken.

    Und er legte nach. «Auch wenn wir mehr Tore hätten schießen können, haben wir letztendlich den Sieg dem viel kritisierten David Beckham zu verdanken, der gezeigt hat, dass er eine Partie entscheiden kann.» Der Mannschaftskapitän hat als erster englischer Spieler überhaupt bei drei aufeinanderfolgenden Weltmeisterschaften einen Treffer erzielt. Auch der Star von Real Madrid war zuletzt in den Medien angegriffen worden. Eriksson und Beckham mögen sich zwar nicht besonders. Doch sie wissen, dass sie aufeinander angewiesen sind. Darum stellt sich Eriksson konsequent vor Beckham, der es ihm mit Toren wie gegen die Südamerikaner dankt.

    Eriksson bleibt seinem Stil treu

    Dass die spielerische Vorstellung gegen Ecuador nicht überzeugend ausfiel, ist Eriksson wohl bewusst. Davon lässt er sich aber nicht beirren und bleibt seinem Spielsystem treu. Erste Anzeichen würden ja auf eine Besserung hindeuten, so Eriksson. «In der zweiten Halbzeit haben wir besser gespielt, deswegen bin ich zuversichtlich, was das weitere Turnier angeht. Die Mannschaft ist in Hochstimmung, und Wayne Rooney wird immer besser.»

    Carrick: Neues System macht uns gefährlicher

    Womit Eriksson beim derzeitigen Lieblingsthema der englischen Boulevardblätter angelangt ist. Soll der nicht ganz fitte Rooney spielen oder der manchmal etwas ungelenk wirkende Peter Crouch, das ist die heiß diskutierte Frage. Eriksson hatte darauf eine klare Antwort: «Warum ich Crouch doch nicht gebracht habe? Weil ich nach dem Tor geglaubt habe, dass es besser sei, das Mittelfeld zu stärken. Das war der Grund.»

    Unterstützung bekam der Trainer dabei von Mittelfeldspieler Michael Carrick: «Ich fand das neue System, das wir heute gespielt haben, sehr gut. Es macht uns gefährlicher.» Auch der Mannschaftskapitän blickte schon voraus. Beckham versprach, dass man sich in der nächsten Runde spielerisch auf jeden Fall steigern werde. «Heute haben wir nicht unser ganzes Potenzial gezeigt.»

    Gegner wundert sich

    Eriksson blieb also auch gegen Ecuador bei seiner Linie einer eher defensiv eingestellten Elf. Was selbst den Gegner wunderte. «Ich denke, dass England auch offensiver hätte spielen können», äußerte sich Luis Valencia. Mit der eigenen Leistung sowie generell mit dem Auftritt bei der WM waren er und seine Mitspieler mehr als zufrieden. Nur Ecuadors Trainer haderte mit dem Spielverlauf: «Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn (Carlos) Tenorio das Tor gemacht hätte. Dann wäre wohl alles anders gekommen. Es ist schade, dass er nicht ins Tor getroffen hat, es war eben Schicksal.» Tenorio Schuss war in der elften Minute von Ashley Cole an die Latte gelenkt worden. Pech für die einen, Glück für die anderen. (nz)



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