Blatter sieht Fifa auf dem richtigen Weg
07. Jun 2006 13:42, ergänzt 16:26
 |  Joseph Blatter und Angela Merkel | | Foto: dpa |
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Zwei Tage vor der Eröffnung der WM hat der Kongress des Fußball-Weltverbandes Fifa in München begonnen. Mit dabei sind auch Bundeskanzlerin Merkel und der bayerische Ministerpräsident Stoiber.
Mit einer pompösen Show wurde zwei Tage vor dem WM-Anpfiff der 56. Fifa-Kongress in München eröffnet worden. «Nur mit Reform bleibt man in Form», sagte Fifa-Präsident Joseph Blatter am Mittwoch beim festlichen Auftakt der zweitägigen Tagung. «In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten hat sich die Fifa besonders stark verändert.» Dabei habe sie auch in der Kritik gestanden, «mal zu Recht und mal zu Unrecht». Doch es seien eine Reihe von Reformen auf den Weg gebracht worden. «In diesem Sinne erhoffe ich mir von diesem Kongress wegweisende Bedeutung für den Fußball», sagte der Schweizer, dem vor vier Jahren noch Korruption und Misswirtschaft vorgeworfen wurde. Er will auf dem Wahlkongress 2007 erneut kandidieren.
«Gesellschaftspolitisches Schwergewicht»
Vergessen waren bei diesem bunten Fest mit Hiphop-Tänzer, Fußball- Artisten und Jazz-Klänge von Candy Dulfer auch gelegentliche Unstimmigkeiten mit den deutschen WM-Ausrichtern. «Es ist eine Freude, mit wie viel Teamgeist die Fifa mit den Organisatoren zusammengearbeitet hat», sagte Blatter ungeachtet der Streitereien über das Ticketing, die Absage der Fußball-Gala in Berlin oder das Rederecht bei der Eröffnungsfeier am Freitag an der Isar.Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte in ihrer Ansprache die soziale Verantwortung der Fifa mit den rund 250 Millionen Mitgliedern in 207 Verbänden. «Damit ist die Fifa nicht nur ein sportpolitisches sondern auch gesellschaftspolitisches Schwergewicht», sagte die CDU- Politikerin. Sie begrüße deshalb, dass beim Kongress solche Themen auf der Tagesordnung stehen. So soll unter anderem eine unabhängige Ethikkommission im Kampf gegen Auswüchse im Fußball geschaffen und ein jahrelanger Streit mit der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) um die Sanktionierung von Sportsündern beendet werden.
«Großer Kraftakt»
48 Stunden vor dem Eröffnungsspiel Deutschland gegen Costa Rica in München erwartet Merkel «eine spannende, faszinierende und fröhliche Weltmeisterschaft». Die Deutschen werden das WM-Motto «Die Welt zu Gast bei Freunden» mit Leben erfüllen. Den 32 WM-Mannschaften will die Kanzlerin, die am Dienstag das Berliner Quartier der DFB-Auswahl besucht hatte, die Daumen drücken: «Und mit gebotener Zurückhaltung unserer deutschen Mannschaft etwas mehr.»Allerdings sei allein die Ausrichtung der WM schon Herausforderung und Gewinn zugleich: «Eine solche Großveranstaltung unter den Augen der Weltöffentlichkeit auf die Beine zu stellen, ist ein großer Kraftakt.» Ähnlich äußerte sich auch der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber: «Die Fußball-Welt schaut nach Deutschland. Wir freuen uns auf unbeschwerten Sport, der die Völker bewegt.» Bei der Fernsehübertragung der 64 Spiele werden rund 32 Milliarden Menschen an den 31 Turniertagen zusehen.
Zum Ausklang der glanzvollen Eröffnung gab es noch eine Weltpremiere: 109 noch lebende Weltmeister holte die Fifa auf die Bühne, darunter Horst Eckel und Heinrich Kwiatkowski aus dem deutschen WM-Siegerteam von 1954 und aus der DFB-Equipen, die 1974 und 1990 weitere Male triumphierten. Aus dem Ausland waren Legenden wie Sir Bobby Charlton, Mario Kempes oder Rivelino aufgeboten. Bei der Eröffnungsfeier am Freitag soll diese Heerschar der Ex- Weltmeister auf 160 anwachsen. Angekündigte sind dabei auch die Superstars Pelé und Diego Maradona. (nz)