Schumacher: Ganz bitter für Kahn
08.04.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Toni Schumacher (l.).
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Ex-WM-Torwart Toni Schumacher sieht keine sportlichen Gründe für Oliver Kahns Ausbootung. Seiner Meinung nach hat Bundestrainer Jürgen Klinsmann unter anderem das soziale Verhalten bewertet.
Der ehemalige Nationaltorwart Toni Schumacher hat die Entscheidung von Bundestrainer Jürgen Klinsmann für Jens Lehmann als Nummer eins der deutschen Fußball-Nationalmannschaft kritisiert. «Für mich war klar, dass Oliver Kahn spielt, weil es keine sportlichen Gründe gab, ihn rauszunehmen. Aber Klinsmann hat wohl mehr als nur die Leistung bewertet», sagte der Kölner in einem Interview der «Stuttgarter Nachrichten».
Soziales VerhaltenKlinsmann habe in seinem Gesamturteil auch das soziale Verhalten, die Außendarstellung und die Stellung innerhalb der Mannschaft bewertet. «Und da hat Lehmann besser abgeschnitten.» Für Kahn sei dies «ganz bitter», meinte Schumacher. «Kahn war über Jahre die unumstrittene Nummer eins im Tor, da fällt es immens schwer, sich bei einer WM auf der Ersatzbank zu motivieren - schließlich steht die vermeintliche Nummer zwei auf dem Platz.»
Für Lehmann (Arsenal London) bedeute die Anwesenheit seines Konkurrenten Kahn ein ständiges Stresspotenzial, wenn der Bayern-Profi bei der WM dabei sein werde. «1986, als Uli Stein nach Hause geschickt wurde, da habe ich richtig aufgeatmet», gab der 52 Jahre alte Schumacher zu, der zwischen 1979 und 1986 insgesamt 76 Länderspiele bestritt. (nz)