netzeitung.deNetzer: Auch zweiter Mann muss kollegial sein

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Oliver Kahn gibt bei der Ankunft in Bremen Autogramme. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Oliver Kahn gibt bei der Ankunft in Bremen Autogramme.
Foto: dpa
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Günter Netzer glaubt nicht daran, dass Oliver Kahn sich bei der Fußball-Weltmeisterschaft auf die Bank setzt. Von Jürgen Klinsmann fordert er, dem Torwart ein Versprechen abzuringen.

Der frühere Fußball-Star Günter Netzer hält «eine gute Atmosphäre» und «keine Unruhe» bei der Weltmeisterschaft für wichtig. Er forderte von Bundestrainer Jürgen Klinsmann, Nationaltorwart Oliver Kahn das Versprechen abzuringen, diese Ruhe zu gewährleisten. «Kahn muss jetzt selbst überprüfen, ob er in der Lage ist, sich ruhig und kollegial zu verhalten. Ob er bereit ist, der Mannschaft ernsthaft zu helfen», sagte Netzer in der «Bild»-Zeitung. Andernfalls solle der Torwart des FC Bayern «lieber zurücktreten».
«Ich habe meine Zweifel»
Klinsmann hatte am Freitag, entgegen seiner Ankündigung sich erst im Mai zu entscheiden, Jens Lehmann vom FC Arsenal London als ersten Torwart für die Weltmeisterschaft auserkoren. Dem langjährigen Vorzeige-Keeper Kahn, der bei den letzten drei großen Turnieren zwischen den Pfosten stand, teilte er seine Entscheidung einen Tag vor dem Auswärtsspiel bei Werder Bremen mit. Kahn ließ daraufhin per Pressemitteilung verlauten, «maßlos enttäuscht» zu sein und sich den Fortgang seiner Karriere genau überlegen zu müssen.

Der ehemalige Nationalspieler und Profi von Borussia Mönchengladbach, Netzer, glaubt nicht an eine Entscheidung Kahns pro Nationalelf. «Ich muss zugeben: Ich habe meine Zweifel», sagte Netzer. «Klinsmann hatte ja aus gutem Grund Lehmann und Kahn monatelang nicht mehr gemeinsam nominiert».

Netzer ist davon überzeugt, dass Klinsmann «schon sehr früh eine gewisse Sympathe für Lehmann entwickelt hat». Nicht für die Person, «sondern für die Art und Weise, wie er die Torwartposition interpretiert». Dass Klinsmann auf den 36 Jahre alten Londoner setze, heiße: «Klinsmann wird die Mannschaft offensiv ausrichten. Die Abwehr wird aufrücken, dadurch aber anfälliger für Angriffe. Der Torwart wird deshalb auch eine Art Libero spielen. Lehmann passt also als spielender Torwart besser zu Klinsmanns Philosophie als Kahn.» (nz)