netzeitung.deBlatter trifft Vorkehrungen gegen Wettbetrug

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Sepp Blatter und Hamburgs Oberbürgermeister Ole von Beust (r.). (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Sepp Blatter und Hamburgs Oberbürgermeister Ole von Beust (r.).
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Sepp Blatter hat in Hamburg die wohl herzlichste Verabschiedung seiner Laufbahn erhalten. Der Fifa-Chef lobte bei seinem Besuch die WM-Organisatoren und das «Superstadion».

Von Christian Kamp, Hamburg

Eine außergewöhnliche Geste beendete einen besonderen Besuch. «Sie sind wirklich ein feiner Kerl», gab Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust seinem Gast Joseph Blatter mit auf den Weg und ließ - unter Aufgabe jeder hanseatischer Zurückhaltung - eine herzliche Umarmung für den Fifa-Präsidenten folgen. Der zeigte sich am Ende der «Hamburg Soiree» am Mittwochabend ebenso überrascht wie gerührt. «Das habe ich noch nicht erlebt», sagte der Schweizer, der einer Einladung von Beusts in die Hansestadt gefolgt war.

Lob für Organisatoren
Weil weitere Deutschland-Besuche Blatters vor Beginn des Weltturniers nicht vorgesehen sind, durfte Hamburg sich über die Visite besonders freuen - und zugleich stellvertretend für alle zwölf WM-Städte lobende Worte für die Organisation entgegennehmen. «Ich habe überhaupt keinen Zweifel, dass vom Organisatorischen, vom Logistischen und von den Stadien alles gemacht wird, was wir erwarten», sagte Blatter, der sich zuletzt eher zurückhaltend zum Stand der Vorbereitungen und zur Ticketvergabe geäußert hatte.

Natürlich waren bei der eher protokollarischen Visite keine allzu deutlichen Worte des Fifa-Chefs zu erwarten. In der Gesprächsrunde mit von Beust bezog Blatter allerdings noch einmal klar Stellung in Bezug auf die Vermarktungsregeln für die WM. «Der DFB und die Fifa haben einen Vertrag unterschrieben, und da ist genau festgeschrieben, was im Bereich Marketing gemacht werden kann und was nicht.» Auf den Einwand von Beusts, es gebe doch einige «bürokratische Auswüchse» im engen Vorschriftenkorsett der Fifa, antwortete Blatter eher vage: «Wenn es Probleme gibt, kann man miteinander reden.»

Vorkehrungen gegen Wett-Manipulation
Am Rande der Soiree kündigte Blatter Vorkehrungen gegen mögliche Wett-Manipulationen an. Die Spieler der 32 WM-Mannschaften müssen schriftlich erklären, dass sie und ihre Familien sich nicht an Wetten beteiligen. «Bei uns braucht nicht einer einen Eid zu sprechen, den die anderen dann brechen. Jeder Spieler muss unterschreiben», sagte Blatter. Der Passus zum Wettverzicht ergänze die Erklärung zum Verzicht auf Doping, die die Spieler bereits bei der vorigen WM in Südkorea und Japan unterschreiben mussten.

Blatter bekräftigte außerdem, dass der Weltverband entschlossen gegen Rassismus in den Stadien vorgehen will. «Wenn ein Verband nicht spurt, greift die Fifa ein», sagte er. «Und wer dann immer noch nicht spurt, kann suspendiert werden», drohte Blatter, ohne allerdings konkret die möglichen Folgen bei der WM zu erläutern.

«Superstadion»
Viel lieber genoss der 70-Jährige die angenehmen Seiten seines Besuchs. Am Nachmittag durfte er sich in das Goldene Buch der Hansestadt eintragen. «Die Stadt hat gezeigt, welche wichtige Rolle sie als zentraler Handelsplatz spielt. Für die Weltmeisterschaft haben wir ein Superstadion», sagte er. «Wir werden dort große Sachen erleben.»

Von Beust, der im Laufe des Tages noch sein persönliches Nervenspiel um die Wahl des neuen Justizsenator Carsten Lüdemann durchstehen musste, nutzte die Gelegenheit, um sich Rückenwind für eine neue Olympia-Bewerbung Hamburgs zu holen. Nachdem er einen Besuch beim Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, für den 1. Juni angekündigt hatte, ließ er sich von seinem Gast gleich die Olympia-Tauglichkeit attestieren. Das IOC-Mitglied Blatter tat ihm den Gefallen gerne. «Ich kann mir Hamburg gut als Olympia-Stadt vorstellen», sagte er - ganz zur Freude seines Gastgebers. (dpa)