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Politiker üben Druck auf Klinsmann aus

04. Mrz 2006 10:16, ergänzt 10:46

Bundestrainer Jürgen Klinsmann
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Foto: dpa
Die Pleite der DFB-Elf in Italien ist auch an der Politik nicht spurlos vorbeigegangen. Jetzt soll Bundestrainer Jürgen Klinsmann dem Bundestag-Sportausschuss Rede und Antwort stehen.
Politiker wollen Bundestrainer Jürgen Klinsmann angesichts der herben Pleite gegen Italien vor den Sportausschuss des Bundestages zitieren. Der CDU-Sportexperte Norbert Barthle sagte der «Bild»-Zeitung, Klinsmann solle dem Sportausschuss erklären, welches Konzept er habe und wie er Weltmeister werden wolle. «Das Spiel gegen Italien war grausam, und man fragt sich schon, wie er das bis zum Sommer aufholen will. Der Bund ist der größte Sponsor der WM, insofern hätte ich gerne ein paar Antworten», sagte Barthle.

WM ein nationales Anliegen

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  • Die FDP-Sportexpertin Miriam Gruß betonte, bei der WM gehe es um ein «nationales Anliegen». Die Zeit sei knapp. «Weniger als 100 Tage vor der WM sollte Jürgen Klinsmann nicht mehr experimentieren müssen», sagte sie. Er solle dem Sportausschuss sein Konzept erklären. Es geht ja nicht nur darum, ob eine Mannschaft mal schlecht spielt, sondern um die Frage: Wie präsentiert sich Deutschland«, sagte Gruß.

    Der SPD-Sportpolitiker Reinhold Hemker sagte dem Blatt: »Ich würde mich freuen, wenn der Bundestrainer dem Sportausschuss sagen würde, wie er eine sichere Basis für das Team schaffen will.« Die WM stehe vor der Tür, da müsse langsam klar sein, welche Spieler eingesetzt würden. Klinsmann habe nur gute Spieler, aber es gebe zu viele Unsicherheiten. »Er sollte endlich sagen, auf wen er setzt«, forderte Hemker.

    Unverständnis über Rückflug

    Die Forderungen an den Bundestrainer aus der Fußballszene angesichts der kritischen Lage in Deutschland zu bleiben, werden auch immer lauter. Der Rückflug von Klinsmann nach Kalifornien nimmt ihm etwa Rudi Assauer übel. «Ein Bundestrainer gehört vor Ort», wetterte der Schalke-Manager. Und 96-Trainer Peter Neururer fand wie üblich deutliche Worte: «Für mich ist das unfassbar. Ich habe eine andere Berufsauffassung und halte die Abreise auch für respektlos gegenüber den Trainerkollegen, die zum WM-Workshop kommen.»

    Der WM-Worshop der Trainer, an dem über 20 Kollegen teilnehmen, findet am Montag und Dienstag in Düsseldorf statt. Klinsmann hat diesem Treffen abgesagt. Stattdessen werden Joachim Löw und Team-Manager Oliver Bierhoff bei dem Seminar die deutsche Nationalmannschaft vertreten. Laut Löw gebe es keine Notwendigkeit einer Erklärung für die Absage: «Was soll es für eine Begründung geben. Ich glaube nicht, dass die Nationaltrainer aller Länder anwesend sein werden», sagte der Assistenz-Coach.(nz)



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