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Lupe Beckenbauer trifft Stones-Boss

Bei seinem Besuch in Rio de Janeiro ist Franz Beckenbauer eine besondere Ehre zuteil geworden. Der Chef des WM-OK hat in Brasilien noch einen wichtigen privaten Termin.

Von Emilio Rappold

Franz Beckenbauer ist am Zuckerhut «unsterblich» geworden. So berichteten die meisten brasilianischen Medien, als der Chef des WM-Organisationskomitees die Abdrücke seiner Füße auf dem «Walk of Fame» vor dem Maracaná-Stadion in Rio de Janeiro verewigte. Rio ist die 25. Station seiner «Welcome-Tour» durch die 31 Länder, die im Sommer mit Gastgeber Deutschland um den heiß begehrten WM-Pokal spielen werden.

Des «Kaisers» Füße sind nun in Rio unter anderem direkt neben denen des brasilianischen Fußball-Idols Pelé zu bestaunen. Das sei «eine Ehre», meinte der Deutsche. Er ist nach dem Portugiesen Eusebio sowie Romerito (Paraguay) und Elias Figueroa (Chile), die beide in Brasilien spielten, erst der vierte Ausländer, der auf diese Weise am Maracaná geehrt wurde.

Neuer Ronaldinho gesucht
Beckenbauer hatte zuvor ein erfolgreiches Sport-Sozialprojekt im Slumviertel Mangueira besucht. Dort wurden ihm nicht nur ein Trikot und eine Gedenktafel überreicht. Hunderte von Kindern und auch Erwachsene empfingen ihn wie einen Helden. Er sei nach Rio gekommen, «um die neuen Pelés und Ronaldinhos zu sehen», sagte Beckenbauer.

Die Elf von Trainer Carlos Alberto Parreira sei bei der WM in Deutschland Favorit auf den Titelgewinn. Wenn er nur einen Dollar hätte, würde er 90 Cent auf Brasilien und 10 auf Deutschland setzen. «Nach dem Endspiel des Confederations Cups zwischen Brasilien und Argentinien halte ich es für unmöglich, dass eine Mannschaft besser spielen kann als Brasilien an dem Tag. Wenn Brasilien diese Leistung wiederholen kann, wird die Elf bei der WM kaum zu schlagen sein», sagte er im Rückblick auf den Confed-Cup im Vorjahr.

Beckenbauer bleibt bis Sonntag in Brasilien. Am Freitag standen eine Bootsfahrt auf der Guanabara-Bucht und ein Gala-Diner auf dem Programm. Am Samstag will er sich mit Mick Jagger treffen. Seine Rolling Stones treten an dem Tag am Strand von Copacabana auf.

Angst vor Überfällen
Beckenbauer präsentierte sich sympathisch, sorgte sich aber auch. Der brasilianische Weltmeister von 1970, Carlos Alberto, ein enger Freund seit gemeinsamen Zeiten bei Cosmos New York, verriet: «Franz hat große Angst vor der Kriminalität in Rio, deshalb kommt er nicht öfter nach Brasilien». Die Zeitung «Estado de Sao Paulo» schrieb, der Deutsche bewege sich am Zuckerhut nur im gepanzerten Fahrzeug, werde auf Schritt und Tritt von mindestens acht Leibwächtern begleitet.

Nach Brasilien wollen Beckenbauer und seine Begleiter, OK-Vize Wolfgang Niersbach und Berater Fedor Radmann, nach Trinidad & Tobago, Costa Rica und Mexiko reisen. Zum Tour-Abschluss werden sie am 23. Februar in New York erwartet. Danach stehen noch Serbien-Montenegro (9. März) und Australien (27. März) in Beckenbauers Terminkalender. (dpa)