netzeitung.deBahn setzt 250 Sonderzüge zur WM ein

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ICE-Züge der Deutschen Bahn (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe ICE-Züge der Deutschen Bahn
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Deutsche Bahn lässt insgesamt 250 IC- und ICE-Züge außerhalb des regulären Fahrplans zur Fußball-WM fahren. Mit einem «Weltmeisterticket» können die Fans zu einem Pauschalpreis reisen.

Von Torsten Holtz

Um die Besucherscharen während der Fußball-WM 2006 in Deutschland transportieren zu können, setzt die Deutsche Bahn 250 IC- und ICE-Sonderzüge ein. Auch im Nahverkehr wird das Angebot ausgebaut. So fahre etwa die S-Bahn in Berlin vom 9. Juni bis 9. Juli rund um die Uhr, teilte Bahn-Vorstand Karl Friedrich in Berlin mit.

An die Nationalmannschaften Brasiliens und Mexikos hat die Bahn sogar komplette ICE-Züge vermietet, mit denen die Teams durch Deutschland reisen werden. Als Logistik-Dienstleister wird sich die Bahn zudem um das Gepäck aller 32 Fußball-Teams kümmern. Außerdem richtet das Unternehmen das internationale Mediencenter in München ein und betreut dort tausende Journalisten.

Spezielle Fahrkarten sollen die Züge für in- und ausländischen Fans attraktiv machen. So können Besitzer von WM-Tickets kostenlos den örtlichen Nahverkehr benutzen. Für die An- und Abreise zu den zwölf Spielorten wird es ein «Weltmeisterticket» für pauschal 54, 74 oder 90 Euro geben – angelehnt an die Jahreszahlen der deutschen WM-Siege. Parallel gibt es einen «Weltmeisterpass» zum Preis von 349 Euro, der für die Dauer der WM im gesamten deutschen Nah- und Fernverkehr gilt.

Bahnchef Hartmut Mehdorn zeigte sich überzeugt, dass sich das WM-Engagement der Bahn, die offiziell als nationaler Förderer firmiert, am Ende rechnen wird. «Die Einnahmen und Ausgaben werden sich tragen. Gegenwärtig erwarten wir ein leichtes Plus», so Mehdorn.

Der Bahnchef zitierte Schätzungen der Bahn, laut derer sich wegen der WM zehn Millionen Menschen in Bewegung setzen werden. Davon hätten nur knapp ein Drittel Eintrittskarten, der Rest werde zu den Mannschaftsquartieren oder sonstigen Veranstaltungen unterwegs sein. Ziel der Bahn sei es, insgesamt fünf Millionen WM-Besucher mindestens einmal als Bahn-Kunden zu gewinnen. Allein in der Berliner S-Bahn werden Mehdorn zufolge täglich ein Viertel mehr Fahrgäste erwartet.

Durchsage der Spielergebnisse
An den Bahnhöfen der zwölf Austragungsorte wird die Bahn so genannte «Welcome-Desks» aufstellen, an denen Mitarbeiter bei Fragen weiterhelfen sollen. In den Fernzügen werden während der WM Spielergebnisse durchgesagt. Im Zugrestaurant gibt ab dem 1. Februar spezielle Menüs: Regionaltypische Gerichte aus den Austragungsorten wie zum Beispiel Nürnberger Rostbratwürste sowie internationale Spezialitäten wie Hühnchen mit Erdnusssoße von der Elfenbeinküste.

Als nationaler Förderer der WM 2006 bekommt die Bahn 13.000 Tickets. Davon werden rund die Hälfte an Mitarbeiter verteilt, etwa über Verlosungen und interne Wettbewerbe. «Das läuft nach dem Motto: Wenn ihr euch anstrengt, seid ihr live dabei», sagte Marketing-Chef Ralf Klein-Bölting. Der Rest werde an Geschäftskunden und über Medienaktionen verteilt. (AP)