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Leipzig erwägt nun ebenfalls Klage

13. Jan 2006 18:24

Blick ins Leipziger Zentralstadion
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Foto: dpa
Die Betreiber des Leipziger Zentralstadion überlegen, es Schalke gleich zu tun und gegen die Stiftung Warentest zu klagen. In Berlin reagierten die Stadionbetreiber anders auf die Testergebnisse.
Nach dem FC Schalke 04 schließt offenbar auch die Betreibergesellschaft des Leipziger Zentralstadions (ZSL) juristische Schritte gegen die Studie der Stiftung Warentest zur Sicherheit in den deutschen WM-Stadien nicht mehr aus. «Auch darüber werden wir sprechen und genau abwägen, ob so ein Schritt Sinn macht», sagte ZSL-Geschäftsführer Winfried Lonzen am Freitag. Das Stadion in Leipzig war wie die Schalker Veltins-Arena, das Berliner Olympiastadion und das Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern von der Stiftung Warentest mit «erheblichen Sicherheitsmängeln» bewertet worden.

Leipzig skeptisch

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  • Im Gegensatz zu den Gelsenkirchenern ist man in Leipzig allerdings noch nicht sicher, ob ein rechtliches Vorgehen überhaupt Sinn macht. Es sei fraglich, «ob man rechtliche Schritte einleiten soll und Schadensersatzansprüche vor Gericht überhaupt durchsetzen kann». Der entstandene «riesige Imageschaden» sei zudem schwer in Geld zu bewerten. Eine Entscheidung soll am kommenden Dienstag bei einer Sitzung mit Experten und Behörden wie dem Bauordnungsamt fallen.

    Der FC Schalke 04 hatte am Donnerstag als erster Stadioninhaber juristische Konsequenzen in Erwägung gezogen. In welcher Form, ob gegen die Stiftung Warentest als Institution oder nur gegen die Veröffentlichung der Studie, ließ der Verein aber noch offen. «Wir lassen nicht locker und werden uns weiter massiv wehren», sagte S04-Pressesprecher Gerd Voss. Allerdings werde es keinen Schnellschuss geben. Die Schalker Arena wurde seit ihrer Eröffnung im Sommer 2001 für 163 Großveranstaltungen mit rund neun Millionen Besuchern genutzt.

    Hannover will Mängel prüfen

    Bei anderen Stadionbetreibern wird nicht an juristische Schritte gedacht. «Wir können nicht darauf reagieren, weil die Aussagen zu oberflächlich sind», sagte der Nürnberger Werksleiter Karlheinz Kubanek. Das Frankenstadion hatte wie die Münchner Allianz Arena, sowie die Stadien in Köln und Hannover die besten Noten erhalten und war mit lediglich «geringen Mängeln» bewertet worden. In Hannover hieß es am Freitag, man werde die aufgezeigten Mängel prüfen. «Für uns gibt es keinen Grund, irgendwelche Schritte einzuleiten», sagte Stadion-Chef Karl-Heinz Vehling.

    In Berlin werden derweil Reaktionen auf die Studienergebnisse in Erwägung gezogen. Der umstrittene Graben um das Spielfeld im Olympiastadion soll umgebaut werden. Bauexperten würden nun nach einer Lösung suchen, um den so genannten Reportergraben für die WM sicherer zu gestalten, sagte am Freitag eine Sprecherin der Stadtentwicklungsverwaltung. In Frage kämen flexible Übergänge wie ausklappbare Stege. Der Graben darf aus Denkmalschutz-Gründen nicht komplett eingeebnet werden. (nz)




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