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CDU-Minister attackiert Stiftung Warentest

11. Jan 2006 11:10, ergänzt 19:41

WM-Stadien
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Foto: dpa
Der nordrhein-westfälische Bauminister hat die Seriosität der WM-Stadien- Untersuchung in Zweifel gezogen. SPD-Sportexperte Danckert brachte Bundeshilfen zur Beseitigung der Sicherheitsmängel ins Gespräch.
Thema: Mängel-Studie zu WM-Stadien
Der Bauminister von Nordrhein-Westfalen, Oliver Wittke, hat heftige Kritik an der Studie der Stiftung Warentest zu den zwölf Stadien der Fußball-Weltmeisterschaft geäußert. Es seien Zweifel angebracht, wenn ein Institut, das sich sonst um die Qualität von Nachtcremes oder Olivenöls kümmere, so hochkomplexe Bauvorhaben unter die Lupe nehme, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Zum Teil hätten sich die Prüfer für die Besichtigungen in den Stadien nur wenige Stunden Zeit gelassen. Deutschland werde bei der WM sichere Spiele gewährleisten, versicherte er.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Ingo Wolf (FDP) sagte, sollte es einen Anlass für Verbesserungen in den WM-Stadien geben, werde man diese natürlich in Angriff nehmen. Die Zeit bis zum Start der Weltmeisterschaft sei dafür ausreichend, sagte er im Deutschlandradio Kultur.

Peter Danckert
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Wegen der von den Experten beanstandeten Sicherheitsmängel forderte der Vorsitzende des Sportausschusses des Bundestages, Peter Danckert, zusätzliche Finanzhilfen des Bundes. «Der Bund hat zumindest für das Berliner Olympiastadion und das Leipziger Zentralstadion eine gewisse Verantwortung, weil sie erst vor kurzem mit mehreren hundert Millionen Euro Steuergeld saniert worden sind», sagte der SPD-Politiker der Zeitung «Die Welt».

Hintergrund:
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble betonte, die Bedenken der Stadien-Tester müssten ernst genommen werden. Zugleich schloss der CDU-Politiker Änderungen an den bemängelten Stadien nicht aus. «Es sind noch 150 Tage bis zum Beginn der WM, also genügend Zeit, um notwendige und sinnvolle Ergänzungen der baulichen Bedingungen in den WM-Stadien umzusetzen», sagte Schäuble der «Berliner Zeitung».

Schäuble warnt vor Panikmache

Die Stiftung Warentest hatte am Dienstag die Fluchtmöglichkeiten in mehreren Stadien für den Fall einer Panik auf den Rängen bemängelt. Das WM-Organisationskomitee wies die Kritik zurück. Die Fluchtwege-Planung sei auch unter Experten strittig. Schäuble warnte allerdings vor Panikmache.

Danckert sagte, er könne sich vorstellen, dass der Bund «in Vorkasse» trete. So kurz vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft müsse ein monatelanger Streit vermieden werden. «Hauptanliegen muss jetzt sein, dass die Stadien zum Anpfiff sicher sind.» Der Netzeitung sagte der SPD-Politiker, die Mängel müssten «so schnell wie möglich abgestellt werden, damit die Sicherheit gewährleistet» sei. «Das muss in den nächsten Wochen passieren; hier darf man nicht zögern.» Dies sei «finanziell nicht so aufwändig».

CDU: Ergebnisse nicht «hochjazzen»

Wie Danckert sagte, wird die Studie den Bundestag beschäftigen. «Wir werden uns auch im Parlament mit den Ergebnissen des Tests befassen müssen», sagte er. Dies werde in der nächsten Sportausschuss- Sitzung kommenden Mittwoch geschehen. Dazu sollen nach Danckerts Vorstellungen neben Vertretern der Bundesregierung als Berichterstatter auch Experten der Stiftung Warentest eingeladen werden.

Der sportpolitische Sprecher der CDU/CSU- Bundestagsfraktion, Klaus Riegert, forderte, für jedes WM-Stadion sollten die Sicherheitskonzepte intensiv überprüft werden. «Die Ergebnisse der Warentester dürfen nicht heruntergespielt, aber auch nicht hochgejazzt werden», sagte Riegert. Die Fluchtwege aus den Stadien sollten optimiert werden. «Große bauliche Veränderungen sind mit Sicherheit nicht nötig», meinte der CDU-Parlamentarier. «In jeder Arena lassen sich bestimmt mit einfachen Mitteln Verbesserungsmöglichkeiten schaffen.»

Stiftung weist Vorwürfe zurück

Die Stiftung Warentest wies inzwischen die Kritik an ihrer Studie als «unsinnig» zurück. «Wir sind auf diesem Gebiet keine Anfänger», betonte der Alleinvorstand der Stiftung, Martin Brinkmann, in einem Interview mit der «Frankfurter Rundschau». Er wehre sich gegen den Vorwurf mangelnder Kompetenz der Gutachter oder von Oberflächlichkeit der Untersuchung. (nz)



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