10.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Das Gutachten über die WM-Stadien.
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Das WM- Organisationskomitee bleibt dabei: Die zwölf WM-Stadien sind sicher. Durch die Studie der Stiftung Warentest entstünde ein falscher Eindruck. Bilderschau: Bilderschau: Die Testverlierer
Das Organisationskomitee (OK) hat die zwölf WM-Stadien für sicher erklärt und damit einer Studie der Stiftung Warentest widersprochen. «Die Sicherheit der Zuschauer ist im normalen Bundesliga-Spielbetrieb in keiner Weise gefährdet und demzufolge auch nicht bei der bevorstehenden WM», konterte das OK am Dienstag die Studie der Stiftung Warentest. Vizepräsident Horst R. Schmidt erklärte, die Studie ziele auf «Paniksituationen und Brandschutz» ab. Dies seien Extremsituationen, die im Alltag selten eintreten würden.
PanikmacheVerärgert waren die Organisatoren um Schmidt vor allem über die Vorgehensweise der Berliner Produkttester - zumal alle Stadionbetreiber auf die Bitte der Stiftung um Überprüfung «äußerst konstruktiv» reagiert hätten. Durch die Presseankündigung der Stiftung Warentest am Montag sei der Eindruck entstanden, «die Mängel seien verheerend und tödlich», sagte Schmidt.
Wolfgang Niersbach hielt der Stiftung vor, in der Pressemitteilung «schlampig» gewesen zu sein. «Wir sind sehr für Panik-Forschung, aber nicht für Panikmache.» Mit der Pressekonferenz am heutigen Dienstag hätten die Tester Panik verbreitet - auch international. «Wir hatten erwartet, dass alle Beteiligten erst einmal an einem Tisch zusammengeholt werden und die Ergebnisse der Studie besprechen», so Schmidt.
Test auf der BaustelleDie Stiftung habe die Position der Objektivität «ab und an verlassen», prangerte der WM-Ok-Vize weiterhin an. Dies betreffe vor allem die Ergebnisse der Studie im Bereich Brandschutz. «Man darf doch nicht vom Status quo eines Stadions ausgehen, das noch im Bau ist», kritisierte Schmidt und meinte die WM-Arena in Kaiserslautern, die laut Stiftung Warentest «erhebliche Mängel» aufweist. Als weiteres Beispiel nannte er die Münchner Allianz-Arena, die in diesem Jahr den deutschen Brandschutzpreis gewonnen hat, von den Testern aber dennoch bemängelt wurde.
Ein internationaler Imageschaden für den WM-Gastgeber ist zu befürchten, Kritik vom Weltverband Fifa erwartet das OK aber nicht. «Ich habe gestern mit dem Fifa-Generalsekretär Urs Linsi gesprochen und er hat gesagt: 'Keine Panik, wir vertrauen euch, dass ihr die Dinge löst'», sagte Schmidt. Im Dezember hatte sich Fifa-Chef Joseph Blatter nach Pannen in den Stadien von Frankfurt, Kaiserslautern und Nürnberg kritisch geäußert und einen Fifa-Test für das Frühjahr angekündigt.
(nz)