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Bierhoff: Pfiffe sind eine Riesensauerei

01. Jun 2005 12:13

Oliver Bierhoff
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Foto: dpa
Spätestens als Jens Lehmann in der Allianz-Arena Bayern-Spieler Sebastian Schweinsteiger umrempelte, gab es pausenlos Pfiffe von den Münchner Fans. Oliver Bierhoff nimmt den Nationaltorhüter aber in Schutz.
Die deutsche Nationalmannschaft, die sich am Montag zusammengefunden hat, verlor das Eröffnungsspiel in der neuen Allianz-Arena am Dienstagabend gegen den Gastgeber FC Bayern klar mit 2:4 (0:2). Wieder einmal machte sich Nationaltorwart Jens Lehmann keine Freunde.

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  • Er rempelte Sebastian Schweinsteiger um und wurde fortan von den Münchner Fans gnadenlos augepfiffen. Solcherlei Verhalten der Zuschauer könne er nicht verstehen, sagt Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff im Interview: «Das ist eine Riesensauerei.»

    Frage: Was sagen Sie zu den Pfiffen der Bayern-Fans gegen Jens Lehmann?

    Bierhoff: «Das war eine große Enttäuschung, eine Riesensauerei. Wir sind die deutsche Nationalmannschaft, Jens ist deutscher Nationalspieler, wir sind als Gäste hierher gekommen. Da kann ich es als Manager der Nationalmannschaft nicht akzeptieren, dass er in Deutschland bei einer Feier so niedergemacht wird.»

    Frage: Hätte man dies verhindern können?

    Bierhoff: «Ich hatte eine Durchsage des Stadionsprechers erwartet.»

    Frage: War die Reaktion der Bayern-Fans nicht vorhersehbar? Schließlich gibt es die Rivalität zwischen Kahn und Lehmann schon seit Jahren.

    Bierhoff: «Natürlich kann man jetzt sagen, dass Jens einer ist, der auch ausgeteilt hat, also muss er auch mal einstecken können. Aber ich fand das absolut nicht okay. Das ging von Anfang an los, ohne Grund. Da waren Parolen, die hat ein deutscher Nationalspieler nicht verdient.»

    Frage: Wie hat Jens Lehmann reagiert?

    Bierhoff: «Er ist tief getroffen und enttäuscht. Und sicher war er auch nicht glücklich über die beiden Gegentore, die er erhalten hat. Aber er ist leidgeprüft und immer wieder aufgestanden.»

    Frage: Für Aufregung sorgte auch sein Bodycheck gegen Bastian Schweinsteiger an der Seitenauslinie.

    Bierhoff: «Das war aber auch dumm und unnötig von Schweini. Da hätte er Feuer rausnehmen können.»

    Frage: Können Sie sich vorstellen, dass Lehmann in München im WM-Eröffnungsspiel anstelle von Kahn im deutschen Tor steht?

    Bierhoff: «Bis dahin passiert noch viel. Ich glaube, beim WM-Eröffnungsspiel werden alle Fans für die deutsche Nationalmannschaft sein.»

    Frage: Sind sie an ihre aktive Laufbahn erinnert worden, in der es auch nicht immer Beifall gab?

    Bierhoff: «Ja, das war manchmal sehr schlimm. Es tut einfach weh, wenn man sich für sein Land einsetzt und auf Unterstützung hofft, und dann ausgepfiffen wird. Wenn ich schlecht gespielt habe, konnte ich das noch eher verkraften, als wenn ich den Eindruck hatte, dass es keinen Grund gab.»

    Frage: Gibt es aus Sicht der Nationalmannschaft etwas Positives an der 2:4-Niederlage gegen die Bayern?

    Frage: Bierhoff: «Mich hat es gefreut, wie die Bayern-Nationalspieler nach ihrem harten Saisonprogramm zu Werke gegangen sind.»

    Das Interview mit Oliver Bierhoff führte Oliver Hartmann, dpa



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