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DEL-Playoffs: 

Mitreißendes Rekordspiel in Iserlohn

21. Mrz 2008 16:14
Umkämpfte DEL-Playoffs zwischen den Frankfurt Lions und den Iserlohn Roosters
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Für die knapp 5000 Zuschauer in Iserlohn hat sich das Kommen zum zweiten Viertelfinal-Playoff gelohnt. Eine Regeländerung sorgte für stundenlanges Vergnügen auf den Rängen und ungekannte Strapazen der Spieler.

Die Spieler schleppten sich über das Eis, der Pizza-Bote wartete stundenlang vergeblich im Kabinengang. Mit einem denkwürdigen Mitternachts-Krimi haben die Iserlohn Roosters und die Frankfurt Lions für das längste Spiel der deutschen Eishockey-Geschichte gesorgt, aber auch Zweifel am veränderten Playoff-Modus aufgeworfen. Um 0.15 Uhr am Freitagmorgen erlöste Torschützenkönig Michael Wolf knapp 5000 Fans in Iserlohn mit seinem Siegtreffer zum 3:2 nach fast drei Verlängerungen und 117:45 Minuten Spielzeit.

«Das war eine übermenschliche Leistung»

Damit sind im Viertelfinale alle Serien ausgeglichen und werden frühestens in einem fünften Spiel am kommenden Mittwoch entschieden. Meister Adler Mannheim gewann 2:1 gegen die Kölner Haie, Vorrunden-Champion Nürnberg Ice Tigers verlor 1:3 in Düsseldorf, Pokalsieger Eisbären Berlin holte sich mit 7:4 bei den Hamburg Freezers den Heimvorteil vor den dritten Spielen am Ostersamstag zurück.

Wer konnte, saß nach seinem eigenen Spiel noch vor dem Fernseher und verfolgte gebannt die Partie in Iserlohn. «Das war eine übermenschliche Leistung beider Mannschaften. Es ist unglaublich, was Eishockeyspieler leisten können», sagte Roosters-Trainer Rick Adduono, dessen Schützlinge das erste Spiel in Frankfurt 3:4 nach Verlängerung verloren hatten. Dort dauerte die Extra-Spielzeit nur zwei Minuten, diesmal fast eine weitere komplette Partie.

«Du weißt gar nicht mehr, wo Du bist»

«Du siehst irgendwann keinen Ausweg mehr, wie Du es beenden kannst», sagte Torjäger Wolf, der schließlich mit seinem 46. Saisontor für ohrenbetäubenden Jubel der ebenfalls schon geschafften Fans sorgte. Vorlagengeber Robert Hock meinte: «Du stehst auf dem Eis, aber Du weißt gar nicht mehr, wo Du bist.»

Seit dieser Saison gibt es in den Playoffs kein Penaltyschießen mehr. Bislang wurde nur bis zum nächsten Tor verlängert, wenn eine Serie beendet werden konnte. «Die Sportler wollten es so. Wie oft war das Geheule groß, wenn das Penaltyschießen entschieden hat», sagte DEL-Chef Gernot Tripcke.

Die Frankfurter hatten nach der regulären Spielzeit 30 Pizzen geordert, die im Kabinengang kalt wurden. Der Pokalfinalist machte sich nach der Partie noch auf den Heimweg, doch bis zum Samstag (17.30 Uhr) bleibt kaum Zeit zur Erholung. «Das ist aus sportmedizinischer Sicht nicht ideal, aber es wird eine Ausnahme bleiben. Die Spannung hat dafür entschädigt», sagte Tripcke.

NHL-Bestmarke bleibt unerreicht

In der nordamerikanischen Profiliga NHL dauerte es am 24. März 1936 sogar 176:30 torlose Minuten, ehe Detroit der Treffer zum 1:0 über Montréal gelang. Für die bisherige deutsche Bestmarke hatten die DEG Metro Stars erst am vorigen Sonntag im entscheidenden Playoff- Qualifikationsspiel beim 2:1 nach 91:44 Minuten in Hannover gesorgt.

Der achtmalige Meister ist gegen Nürnberg nach einem Klassespiel wieder im Geschäft. «Der Druck liegt jetzt bei Nürnberg. Die haben sich als klaren Favoriten gesehen und müssen jetzt ihr Heimspiel unbedingt gewinnen», sagte Patrick Reimer, dessen Tore nach dem 1:1 entschieden. Mannheim glich erstmals seit 1982 nach verlorenem ersten Spiel eine Playoff-Serie gegen Köln aus. «Es ist schade, dass die beiden Schwergewichte der Liga schon so früh aufeinandertreffen», sagte Kölns Trainer Doug Mason. Schiedsrichter Martin Reichert schied in der 28. Minute mit einem Kreuzbandriss aus, so dass der Amerikaner Rick Looker allein weiterpfeifen musste. Die Eisbären gingen durch Nathan Robinson und Tyson Mulock binnen sechs Sekunden 2:0 in Hamburg in Führung, zum schnellsten DEL-Doppelschlag fehlte nur eine Sekunde. (dpa)

 
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