Umstrittener Kapitän bringt Kanada Viertelfinale
Die Weißrussen, die am Montag letzter deutscher Zwischenrunden-Gegner sind, waren durch Alexej Ugarow (9.) in Führung gegangen. Doch im zweiten gelangen Doan nach dem 1:1 in Unterzahl (23.) gleich noch zwei Tore (26./30.). Zudem trafen Talent Jonathan Toews (29.), Mike Cammalleri (37.) und Matthew Lombardi (57.) sowie Alexander Riadinski (50.) und Dimitri Meleschko (59.) für die weiter punktlosen Weißrussen. Vor Kanada war schon Titelverteidiger und Olympiasieger Schweden weitergekommen. Österreich verlor zum Auftakt der Abstiegsrunde gegen Norwegen erst nach Verlängerung 2:3 (0:0, 1:0, 1:2).
Die Partei der Französisch sprechenden Minderheit hielt jedoch an ihren Vorwürfen fest. «Wenn jemand eine Bank ausraubt, gilt er so lange als unschuldig, bis das Gegenteil bewiesen ist. Aber ich kenne nicht viele Leute, die ihn zum Bank-Manager machen würden, so lange das Verfahren läuft», sagte der Parteichef des Bloc Québecois, Gilles Duceppe. «Er wird zum Kapitän der Mannschaft vor dem Urteil gemacht. Das ist eine Beleidigung aller Menschen in Québec», erklärte Duceppe vor dem Parlaments-Ausschuss für Sprachen. Doan hat den Politiker wegen dessen Vorwürfen schon vorher auf Schadenersatz verklagt, Duceppe antwortete mit einer Gegenklage.
Kanadas Premierminister Harper erklärte, es sei alles gesagt: «Der gesunde Menschenverstand setzt sich nun durch. Was die Kanadier jetzt wollen, ist weiterhin ihre Mannschaft zu unterstützen. Ich betrachte mich wie Millionen von Kanadiern als Eishockey-Experte, aber die Auswahl des Kapitäns sollten die wahren Experten treffen.» Der Chef des Eishockey-Weltverbandes IIHF, der Schweizer René Fasel, hatte am Donnerstag Partei zu Gunsten von Doan ergriffen und der Politik in Kanada Einmischung vorgeworfen. (dpa)
