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«Unternehmen Gold» gerät ins Stocken

20. Mrz 2007 09:40
Ingo Steuer (r.) und Aljona Sawtschenko
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Wie schon bei der EM hat das Eislaufpaar Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy auch bei der WM mit Problemen zu kämpfen. Die Anwesenheit von Trainer Steuer macht die Sache nicht leichter.

Erst brach der Schlittschuh auseinander, dann klappten mit dem neuen die Sprünge plötzlich nicht mehr, und bei der Ankunft in Tokio gab es Streit um Sponsorenlogos. Das Unternehmen Gold steht für Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften unter keinem guten Stern. «Man kann sich gar nicht konzentrieren, wenn ständig neue Bestimmungen vom Weltverband erlassen werden», sagte Ingo Steuer, Trainer der Europameister, der mit seinem Paar wegen eines einzigen zu großen Sponsorenlogos auf den Trainingsanzügen nicht einmal die Halle betreten durfte.

Finanzieller Rückschlag

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Werbung im Wettkampf war beim Eiskunstlauf noch nie erlaubt, doch nun wurden bei den Chemnitzern auch die strengen Regeln im Training angewandt. Für die Sachsen, die wegen der Stasi-Vergangenheit von Steuer um jede finanzielle Unterstützung kämpfen müssen, ist die Untersagung ein kleiner Rückschlag in ihrem ständigen Kampf ums Überleben. Ohne ihren Internetauftritt zur Sponsorensuche (www.pixeleis.de) könnten sich die Mitfavoriten um den Titel keine großen Sprünge leisten. Der Eiskunstlauf wolle doch modern sein, in welcher anderen Sportart gebe es solche Bestimmungen, fragte Steuer einen Tag vor Beginn des Wettkampfes am Dienstag (9.00 Uhr/Eurosport).

Dabei hat das deutsche Top-Paar schon genug Probleme. Zu den nicht nachlassenden Diskussionen um Steuer kam noch ein Schlittschuhwechsel bei der 23 Jahre alten Sawtschenko zur Unzeit: direkt in der Wettkampfvorbereitung, wo Kufenkünstler nie wechseln. «Sie hatte große Schmerzen mit dem instabilen alten Schuh. Die sind jetzt weg, aber dafür klappten wegen eines ungewohnten Kufenschliffes zeitweise Axel und Salchow nicht mehr», erzählte Steuer, den die Zielstrebigkeit seiner gelehrigen Schülerin aber begeistert: «Sie will trotzdem Gold.»

Podiumsplatz anvisiert

Gegen drei chinesische Weltklasse-Paare, die den Vorteil haben, nicht gegen den Jetlag kämpfen zu müssen, sei das ein schweres Unterfangen. Steuers Zielvorgabe: nach zwei sechsten WM-Plätzen endlich aufs Podium. Das wäre die erste Paarlauf-Medaille für die Deutsche Eislauf-Union (DEU), seit Peggy Schwarz/Mirko Müller 1998 Bronze holten.

Davon kann Stefan Lindemann nur träumen. Während die Konkurrenz aus Japan und Frankreich die vierfachen Sprünge nur so aufs Eis zaubert, kämpft der WM-Dritte von 2004 aus Erfurt immer wieder mit dem dreifachen Axel. «Die Programme werden immer besser, ich fühle mich gut», sagte der 26-Jährige, der nach einer Viruserkrankung nur «sauber laufen» will. Mit Spannung wird der Auftritt des Schweizer Weltmeisters Stephane Lambiel erwartet, der seit November keinen Wettkampf bestritten hat.

Nur Nebenrollen traut DEU-Sportdirektor Udo Dönsdorf dem zweiten Paar, Mari-Doris Vartmann und Florian Just (Dortmund), der deutschen Meisterin Kristin Wieczorek (Chemnitz) und den Eistänzern Nelli Ziganschina/Alexander Gazsi (Chemnitz/Berlin) zu. (Britta Körber, dpa)

 
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