Sachenbachers Spurt sichert Staffel-Silber
01.03.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Das «Wunder von Sapporo» knapp verfehlt, doch am Ende war WM-Silber für die deutsche Langlauf-Staffel Gold wert. Mit einer überragenden Schlussrunde riss Evi Sachenbacher-Stehle am Donnerstag ein fast verloren geglaubtes Rennen noch aus dem Feuer und sorgte einmal mehr für einen glänzenden Schlusspunkt einer 4 x 5- Kilometer-Staffel. Zum neuen Weltmeister Finnland fehlten dem Quartett mit Steffi Böhler (Ibach), Viola Bauer, Claudia Künzel (beide Oberwiesenthal) und Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl) 11,9 Sekunden. «Silber ist unglaublich, daran konnte ich beim letzten Wechsel überhaupt nicht denken», sagte die deutsche Schlussläuferin im Überschwang der Gefühle.
Als dann am Mittwoch die Besetzung der anderen Staffeln bekannt wurde, witterte der Coach die Chance. «Aus meiner Sicht waren unsere Gegner falsch aufgestellt. Das habe ich den Mädels in der Besprechung auch gesagt. Sie sollten bis zum Schluss an ihre Chance glauben», sagte Behle.
Ihre Vereinskollegin lief im Rahmen des derzeit Möglichen und gab Sachenbacher-Stehle als Vierte einen Rückstand von 12,7 Sekunden zu Schweden mit auf den Weg. Diesen egalisierte die Bayerin schnell und ging dann auf der Schlussrunde locker auf und davon. «Und auf einmal dachte ich: Ups, da ist ja die Norwegerin», beschrieb die Teamsprint- Zweite den letzten Kilometer. Bei der Einfahrt ins Stadion war sie mit Astrid Jacobsen gleichauf. «Sie ist eine Sprinterin, da habe ich mich schon auf einen Schlussspurt eingestellt. Aber sie konnte wohl einfach nicht mehr», erzählte Evi Sachenbacher-Stehle, die auf der Ziellinie demonstrativ die Faust ballte. Schließlich hatte diesen Platz den Deutschen niemand mehr zugetraut.
Behle selbst ist dagegen. «Wir werden es im Skiverband nicht machen. Wir haben ein Stützpunktsystem und das läuft gut. Dass die Qualität dort aber erhöht werden kann, steht außer Frage», sagte Behle. Die Athletinnen können sich dagegen einen eigenen Bundestrainer vorstellen. «Bei den Biathleten funktioniert es ja auch», sagte Claudia Künzel. (dpa)

