Marlies Schild setzt sich die Krone auf
25.02.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Marlies Schild setzt sich die Krone auf
Weil der Österreicherin Marlies Schild im siebten Slalom der Saison der sechste Sieg gelang, ist ihr der Diszplin-Weltcup nicht mehr zu nehmen. Die deutschen Athletinnen enttäuschten.
Marlies Schild hat der Slalom-Konkurrenz erneut eine Lehrstunde erteilt und sich vorzeitig den Displin-Weltcup gesichert. Eine Woche nach der WM schwedische Are glückte der Vize-Weltmeisterin in der spanischen Sierra Nevada mit dem sechsten Sieg im siebten Saison-Rennen die kleine Revanche.
Platz 23 als beste PlatzierungWie schon bei den Titelkämpfen in Schweden enttäuschte dagegen das Team des Deutschen Skiverbandes (DSV). Als 23. war die Partenkirchenerin Fanny Chemlar noch die beste DSV-Starterin im Slalom. Für den Lichtblick das Wochenendes sorgte Talent Viktoria Rebensburg im Riesenslalom. Die 17-Jährige aus Kreuth fuhr am Samstag beim Premieren-Erfolg der Österreicherin Michaela Kirchgasser den 13. Rang ein.
Bei der WM gehörte Marlies Schild als Zweite im Slalom noch zu den Geschlagenen, jetzt feierte sie die kleine Kristallkugel im Disziplin-Weltcup. Für sie ist es der erste Weltcup-Gesamtsieg, für Österreich die erste im Slalom seit 1999. Zwei Rennen vor Saisonende ist die 25-Jährige nicht mehr einzuholen und hat mit 1052 Punkten auch die Führung in der Gesamtwertung übernommen. Dort rangiert ihre Teamkollegin Renate Götschl (1019 Punkte) nach ihrem vorzeitigen Erfolg im Super-G-Weltcup auf Platz zwei.
Zwiespältige Bilanz«Die Gesamtwertung ist mein Ziel, aber dazu muss alles passen», sagte Schild nach ihrem Slalom-Erfolg vor Tanja Poutiainen (Finnland) und Veronika Zuzulova (Slowakei). Poutiainen hatte am Vortag nur knapp den Sieg verpasst. Sie musste sich als Führende des ersten Durchgangs im Riesenslalom einem österreichischen Duo geschlagen geben. Michaela Kirchgasser holte sich ihren ersten Karriere-Sieg vor Weltmeisterin Nicole Hosp. «Im Riesenslalom war das Ergebnis super, im Slalom war es einfach zu wenig», sagte der deutsche Damen-Cheftrainer Mathias Berthold nach einem wechselhaften Wochenende.
Schmerzlich vermisst er seine derzeit Beste: Kathrin Hölzl. Doch die Bischofswiesenerin, die statt des zunächst diagnostizierten Steißbeinbruchs nur eine Prellung hat, soll in zwei Wochen beim Heim-Weltcup in Zwiesel wieder dabei sein. Im bayerischen Wald will auch Ski-Talent Rebensburg ihren furiosen Ritt durch den Weltcup-Zirkus fortsetzen. Bei der WM fuhr sie von 21 auf 8 vor, in der Sierra Nevada von 30 auf 13. «Ohne Fehler ist noch mehr möglich», sagte Rebensburg, die erstmals Punkte holte.
In Bode-Miller-ManierZwar gibt sie als Vorbild Anja Pärson aus, doch ARD-Expertin Martina Ertl-Renz verglich die «Hoffnung für die Zukunft» mit einem anderen Skistar. «Sie fährt einen unglaublich schnellen Schwung, einen Bode-Miller-Style», sagte Ertl-Renz. Maria Riesch geht indes in der Comeback-Saison mit vielen Rennen allmählich die Kraft aus. Platz 15 im Riesenslalom folgte am Sonntag die Enttäuschung. «Ich bin ein bisschen müde», sagte die Partenkirchenerin, die im Slalom wie Annemarie Gerg (Lenggries), Carolin Fernsebner (Ramsau) und im zweiten Durchgang auch Monika Bergmann-Schmuderer (Lam) ausschied. Gerg, die ihre vielleicht letzte Saison fährt, war danach den Tränen nahe: «Es will zur Zeit einfach nicht laufen.» (nz)