23.02.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Tobias Angerer
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Ein tschechischer Läufer soll das deutsche Herren-Duo in Sapporo um die WM-Medaille gebracht haben - doch der Protest nutzte nichts. Derweil holte das Damen-Team Silber.
Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Künzel haben dem Deutschen Skiverband (DSV) bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften die erste Medaille beschert. Das Duo sicherte sich am Freitag im Super Dome von Sapporo im Langlauf-Teamsprint den zweiten Platz. Der WM-Titel ging an Riitta Liisa Roponen und Virpi Kuitunen aus Finnland. Norwegen kam auf den dritten Rang. «Ich hätte nicht gedacht, dass wir das schaffen. Wir haben unser Ziel erreicht», jubelte Sachenbacher-Stehle.
Zuvor hatten die mitfavorisierten Tobias Angerer und Axel Teichmann im Herren-Wettbewerb als Vierte die erhoffte Medaille knapp verpasst. Ein Protest des DSV gegen die Wertung des Ergebnisses wegen einer angeblichen Behinderung Teichmanns durch den tschechischen Schlussläufer wurde von der Jury des Internationalen Skiverbandes (FIS) abgelehnt. Gold ging an die Italiener Renato Pasini und Cristian Zorzi, die sich im Fotofinish vor Russland durchsetzten. Bronze holte Tschechien.
Im Zielsprint unterlegenIn einem starken Rennen zeigten sich die deutschen Damen immer auf der Höhe und zogen ihre Taktik bis zum Schluss durch. «Wir wollten nicht als Erste vom letzten Berg abfahren, um den anderen nicht die Möglichkeit zu geben, aus dem Windschatten zu kommen», sagte Sachenbacher-Stehle. Im Zielsprint zog Künzel gegen Weltcup-Spitzenreiterin Kuitunen zwar den Kürzeren, fiel ihrer Teamkollegin danach aber überglücklich in die Arme.
Keinen Grund zur Freude hatten dagegen die Herren, die sich im Vorfeld Edelmetall ausgerechnet hatten. «Wir waren nicht einmal eine Sekunde hinter dem Sieger und sind trotzdem nur Vierter. So ist Sport. Ich hoffe, morgen läuft es besser», sagte Weltcup- Spitzenreiter Angerer. Am Samstag bietet sich dem 29-Jährigen aus Vachendorf in der Verfolgung die nächste Medaillenchance. (nz)