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Lupe Bestes Saisonergebnis macht Henkel traurig

Unter dem Hallendach des Super Dome in Sapporo ist Langläuferin Manuela Henkel Saisonbestleistung gelaufen. Zufrieden war sie dennoch nicht.

Von Gerald Fritsche

Leistung abgerufen und dennoch geknickt: Manuela Henkel konnte sich nach der ersten Entscheidung der nordischen Ski- Weltmeisterschaften in Sapporo nicht über Platz neun freuen. Obwohl die Oberhoferin am Donnerstag ihr bestes Saisonergebnis bei der WM- Premiere unter dem Dach des Super Dome bestätigte, haderte sie mit dem Resultat.

Erster Titel für Jacobsen
«Platz acht sollte es schon sein», sagte die Thüringerin, die neidlos anerkannte, wie die Norwegerin Astrid Jacobsen vor den favorisierten Petra Majdic (Slowenien) und Virpi Kuitunen (Finnland) den ersten Titel der WM ersprintete.

Bei den Männern setzte sich Jacobsens Landsmann Jens Arne Svartedal vor Mats Larsson aus Schweden und seinem Teamkollegen Eldar Rönning durch. Damit rehabilitierte sich Norwegen gleich am ersten Tag für die Olympia-Schmach von Turin, wo kein Sieg gelungen war.

Durchschnittsleistung nicht genug
«Mit dem Ergebnis unserer fünf Starter muss ich nicht unzufrieden sein», resümierte Bundestrainer Jochen Behle, nachdem es alle zumindest bis ins Viertelfinale geschafft hatten. Allerdings kam nur Manuela Henkel dann auch durch. «Schon beim Prolog war mir klar, dass ich keinen guten Tag habe, sondern eben nur einen durchschnittlichen. Und das ist bei einer WM zu wenig», analysierte sie. Ihr fehlte am Ende nur eine Zehntelsekunde zum ersehnten achten Rang.

«Das ist ja gerade ärgerlich. Als Achte bekommst du den A-Kader- Status und volle Sporthilfe, als Neunte eben nicht. Ich bin ja nicht unzufrieden, aber es war die Fortsetzung der ganzen Saison. Ich bin Durchschnitt und komme nicht nach oben», erklärte die Staffel- Olympiasiegerin von 2002, für die die WM damit ebenso beendet ist wie für Nicole Fessel (Oberstdorf), die 15. wurde. Die Sprinterinnen fliegen am Montag nach Hause und bereiten sich dann auf die drei restlichen Sprint-Weltcups des Winters vor. Viola Bauer (Oberwiesenthal) und Steffi Böhler (Ibach), die die Plätze 16 und 29 belegten, erhalten dagegen weitere Einsätze.

Couragiertes Rennen von Wenzel
Mit im Flugzeug sitzt am Montag auch Josef Wenzl (Zwiesel). Der Bayer hatte als einziger deutscher Sprinter überhaupt den Sprung nach Sapporo geschafft und lieferte ein couragiertes Rennen ab. Allerdings wäre es nach der Qualifikation beinahe vorzeitig beendet gewesen. Wenzl wurde nur 32., da aber zwei andere Athleten wegen Skating- Technik disqualifiziert wurden, rutschte er noch ins Viertelfinale und wurde am Ende 15.

«Wäre das Aus gekommen, hätte ich das auf meine Kappe genommen», sagte Behle. Er hatte angesichts der Strecke und des stumpfen Schnees seinem Schützling zum kompletten Einsatz der Doppelstocktechnik geraten. «Ich war überzeugt, dass man mit Schieben weiter kommt», sagte Behle und Wenzl bestätigte das. «Ich habe diese Entscheidung akzeptiert und bin voll gelaufen», sagte der Youngster.

Fehlendes Glück
Im Viertelfinale verfehlte er nach Fotofinish den Einzug in die Vorschlussrunde. «Das ist nun mal der Sprint. Ein anderer war eben einen Tick schneller», bemerkte der 22-Jährige und holte sich das Lob des Trainer ab: «Ich bin über alle Maßen mit seinem Auftritt zufrieden. Am Ende hat etwas das Glück gefehlt.»

Gemischt waren die Reaktionen auf das Ambiente mit Start und Ziel unter dem Dach. Zwar waren 23 602 Zuschauer dabei, richtige Stimmung kam aber nur auf, wenn es knappe Zieleinläufe oder japanische Beteiligung gab. Zumindest für den Team-Sprint am Freitag konnte Behle Erfahrungen mitnehmen. «Im Dome selbst ist noch vieles möglich, man muss nicht als Erster hineinlaufen. Und man darf sich auf der Gegengeraden keine Fehler erlauben», gab er Tobias Angerer/Axel Teichmann und Evi Sachenbacher-Stehle/Claudia Künzel mit auf den Weg. (dpa)