Bergmann-Schmuderer spielt Erste Geige
Das hoch gelobte Trio kam aus dem WM-Takt oder verpasste gar den Einsatz, nur die Solistin traf den richtigen Ton. Ausgerechnet Monika Bergmann-Schmuderer, die in diesem Winter nach Unstimmigkeiten mit dem Deutschen Skiverband (DSV) alleine probt, spielte bei den Weltmeisterschaften am Freitagabend im schwedischen Are die erste Geige ihres Slalom-Orchesters.
«Moni hat ein gutes Ergebnis erreicht. Sie hat das gemacht, was sie im Winter gebracht hat», sagte Berthold, und machte damit gleichzeitig auch die Distanz Bergmann-Schmuderers zu den Stars der Slalom-Bühne deutlich. Im Kampf um das Podest fehlten Bergmann- Schmuderer 0,74 Sekunden, der Rückstand auf Siegerin Sarka Zahrobska war gar 0,90 Sekunden groß.
Monika Bergmann-Schmuderer fuhr durch den sechsten Rang wie Hölzl im Riesenslalom nicht nur das beste Damen-Ergebnis bei den Titelkämpfen in Mittelschweden ein. Sie schaffte auch die Qualifikation für den Mannschaftswettbewerb an diesem Sonntag, obwohl sie vom Verband wegen mangelnder Teamfähigkeit vor der Saison aus der Nationalmannschaft in die eigenverantwortliche Vorbereitung geschickt worden war.
Auch Annemarie Gerg hatte bei ihrer Abschieds-WM vom ersten Edelmetall geträumt, doch nach einem Fahrfehler wurde Are zum Albtraum. Niedergeschlagen stand die ständig am Knie verletzte Lenggrieserin im Zielraum - ihr Karriereende naht. Immer wieder hat sie Schmerzen und kann nur dosiert trainieren.
In der Zukunft setzt der Verband auf Sportlerinnen wie Kathrin Hölzl, die trotz ihrer 22 Jahre schon eine Leistungsträgerin ist, oder auch Susanne Riesch. Die talentierte Partenkirchenerin hat aber noch jede Menge Arbeit vor sich. «Ganz bitter, dass die Kathi ausgefallen ist. Sie war extrem gut in Form», sagte Berthold über Hölzl, die sich beim Einfahren am Freitag das Steißbein brach, und fand für Riesch nach deren erneuten Ausscheiden harte Worte. «Sie fährt einen schnellen Schwung. Sonst fehlt es in allen Bereichen.» (dpa)

