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Lupe Pärson gewinnt zweites Gold in Are

Bei den alpinen Ski- Weltmeisterschaften in Are hat Anja Pärson ihre zweite Goldmedaille gewonnen. Als beste Deutsche schaffte es Maria Riesch unter die «Top Ten».

Von Christian Kunz und Marc Zeilhofer

Anja Pärson zelebriert bei den Ski-Weltmeisterschaften in Schweden ihre eigenen Festspiele. Nach dem Triumph im Super-G holte sich die 25-Jährige am Freitag in Are eindrucksvoll auch den Sieg in der Super-Kombination. Nachdem sie in der Abfahrt eine Klasse für sich war, konnte sie ihren Vorsprung in ihrer Sorgendisziplin Slalom mit einem taktisch klugen Lauf behaupten und sicherte sich im Flutlicht-Rennen unter dem Jubel ihrer Landsleute Gold vor der Amerikanerin Julia Mancuso. Dritte bei der ersten WM- Super-Kombination der Damen wurde die Österreicherin Marlies Schild dank einer starken Slalom-Vorstellung.

Dagegen ist die WM für Ski-Talent Fanny Chmelar nach Platz 21 am Freitag in der Super-Kombination zu Ende. Die 21-Jährige aus Partenkirchen wird an diesem Samstag aus dem schwedischen Are abreisen. Nach Ansicht der Trainer waren die jüngsten Slalom-Leistungen der Technik-Spezialistin nicht ausreichend für einen Einsatz in dieser Disziplin am kommenden Freitag. Nach der Abreise von Chmelar werden bei der Spezialabfahrt am Sonntag nur Maria Riesch (Partenkirchen), Petra Haltmayr (Rettenberg) und Gina Stechert (Oberstdorf) an den Start gehen.

«Das ist unglaublich»
«Ich glaube, dieser Lauf war der schwierigste Lauf meines Lebens. Ich war sehr nervös. Das ist unglaublich», sagte Pärson, die nach einer Knie-Operation im Sommer lange vergeblich auf der Suche nach der Form vergangener Jahre war und sich mit zwei dritten Plätzen im Weltcup begnügen musste.

Als beste Deutsche kam Maria Riesch aus Partenkirchen auf den siebten Platz und konnte über die Pärson-Show nur staunen. «Das ist Wahnsinn», sagte Riesch voller Anerkennung über den Auftritt der skandinavischen Ski-Königin. Die Olympiasiegerin zog mit ihrem sechsten WM-Titel sogar an ihrem Idol Ingemar Stenmark (5 WM-Erfolge) vorbei und sorgte für eine überschwängliche Apres-Ski-Party in blau- gelb.

Zwei Rennen bei der Heim-WM, zwei Siege - eine derart dominante Rückkehr auf den alpinen Thron hatte vor Wochen keiner von Pärson erwartet. Zwei Titel holte sich die Schwedin bei den Weltmeisterschaften vor zwei Jahren in Bormio, doch dort war Janica Kostelic (Kroatien) mit drei Siegen die Hauptdarstellerin. Diese Rolle will Pärson sich auf der Bühne vor heimischem Publikum nicht nehmen lassen und schaffte ausgerechnet bei der WM ihren ersten Kombinations-Erfolg überhaupt.

Auf Rang drei vorgefahren
Mit einer furiosen Slalom-Vorstellung und Laufbestzeit auf der 567 Meter langen Strecke fuhr Schild noch von Platz zehn auf drei vor, doch an Mancuso und vor allem an Pärson gab es kein Vorbeikommen. Nach guter Leistung in der Abfahrt behauptete Riesch im Slalom, den sie in ihrem Comeback-Winter nach zwei Kreuzbandrissen kaum trainiert hatte, ihren siebten Rang. «Ich hab mir auch ein bissl mehr erhofft. Die letzte Attacke hat gefehlt», sagte die 22-Jährige nach einem Wettbewerb, der «nichts für schwache Nerven» war.

Während Riesch sich dennoch achtbar aus der Affäre zog, enttäuschten die anderen beiden deutschen Starterinnen. Fanny Chmelar (Partenkirchen) wurde 23., Gina Stechert (Oberstdorf) schied im Slalom aus. Petra Haltmayr schonte sich für die Spezialabfahrt. Die Rettenbergerin hatte beim Einfahren einen Schlag auf ihren verletzten Fuß bekommen und sagte vorsichtshalber ihre Teilnahme an der Kombi ab.

Pärson, die bei den letzten drei Spezialslaloms vor dem Saisonhöhepunkt ebenso wie bei den zwei Super-Kombinationen im WM-Winter ausgeschieden war, träumt nach dem perfekten Auftakt bei der Heim-Party von fünf Mal Gold: Das gab es noch nie. Den nächsten Coup will Pärson bei der Abfahrt am Sonntag landen, wo sie im Training in einer anderen Liga fuhr. (dpa)