27.01.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Erster Saisonsieg für Langläufer Teichmann
Gleich drei deutsche Langläufer sind beim Weltcup in Otepää unter die besten Acht gestürmt. Bei den Frauen lief es da nicht so gut.
Axel Teichmann hat sich vier Wochen vor den nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Sapporo eindrucksvoll in der Weltspitze zurück gemeldet. Am Samstag schaffte der Weltmeister von 2003 im estnischen Otepää über 15 Kilometer im klassischen Stil seinen ersten Saisonsieg und beendete gleichzeitig eine zwei Jahre andauernde sieglose Zeit. Als Sechster baute der Vachendorfer Tobias Angerer seine Weltcup-Führung weiter aus.
Bei den Frauen kam die Polin Justyna Kowalczyk zu ihrem ersten Weltcup-Erfolg überhaupt. Mit Platz zwei verteidigte die Finnin Virpi Kuitunen ihre Gesamtweltcup- Führung, während die deutschen Starterinnen bei starkem Schneefall nicht in die Top-Ten liefen. Claudia Künzel aus Oberwiesenthal war als 14. beste Athletin des Deutschen Skiverbandes (DSV).
«Wurde aber auch Zeit»«Das wurde aber auch Zeit. Auf diesen Augenblick habe ich lange gewartet», zeigte sich Teichmann erleichtert. Entgegen seinen Gewohnheiten ging der Thüringer relativ schnell an, war immer im Vorderfeld zu finden, um dann auf den letzten fünf Kilometern anzugreifen. «Ich gehe jetzt davon aus, dass es auch im Hinblick auf die WM läuft. Es waren in diesem Winter sehr harte Wochen, weil der Schnee fehlte. Ich habe in diesem Winter insgesamt fünf Wochen auf dem Laufband oder beim Cross verbracht», erzählte Teichmann, der durch Erkrankungen wie zuletzt bei der Tour de Ski immer wieder zurückgeworfen wurde. «Diese Dinge lasse ich jetzt hinter mir, sehe nur nach vorn», betonte der 27-Jährige.
Er wurde bei seinem Erfolgslauf auch von einem starken deutschen Team unterstützt. Bis zur Rennhälfte war Angerer auf Siegkurs, musste dann aber abreißen lassen und wurde Sechster. Dafür sprangen andere in die Bresche. Franz Göring (Zella-Mehlis), der bei der Tour de Ski den 15-Kilometer-Lauf und damit sein erstes Männer-Rennen gewonnen hatte, bewies seine Fähigkeiten auf dieser Distanz und wurde Vierter, während René Sommerfeldt (Oberwiesenthal) als Achter das starke Abschneiden der Schützlinge von Bundestrainer Jochen Behle vervollständigte. «Ich wusste durch die Informationen von der Strecke, dass wir als Mannschaft ganz stark unterwegs sind», betonte der als Teamarbeiter bekannte Teichmann.
Starker SchneefallBei den Frauen war in Abwesenheit von Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl), die sich zu Hause auf die WM vorbereitet, nicht viel zu holen. Der starke Schneefall behinderte die Läuferinnen. So schaffte Claudia Künzel den anvisierten Platz unter den besten Zehn nicht. Ihrer Oberwiesenthaler Clubkollegin Viola Bauer waren die Strapazen der Tour de Ski noch anzumerken. Die Klassikspezialistin erreichte Rang 16. (nz)