«Ich bin sehr enttäuscht über die Leistung der beiden, denn sie können es viel besser», haderte der wegen seiner Stasi-Vergangenheit umstrittene Trainer Ingo Steuer mit dem Sturz beim dreifachen Wurfflip am Anfang des Programms zu «Es war einmal in Mexiko». Zwar gefielen die ukrainische Junioren-Weltmeisterin von 2000 und der gebürtige Sachse mit ihrem einmaligen künstlerischen Ausdruck und beeindruckten die 2000 Zuschauer in der Torwar-Arena.Das Missgeschick zu Beginn der 2:40-Minuten-Kurzkür verunsicherte die viermaligen deutschen Meister aber so sehr, dass sie nicht so glatt durchliefen wie gewohnt. «Eigentlich bin ich stinksauer. Die Vorbereitung lief so gut, endlich hatten wir einmal keinen Stress wegen gerichtlicher Auseinandersetzungen», sagte Perfektionist Szolkowy. Steuer war von der Deutschen Eislauf-Union (DEU) bis zu einer gerichtlichen Entscheidung über seine Stasi-Tätigkeit offiziell als Trainer nominiert worden.
«Wir sind Kämpfer und werden eine perfekte Kür laufen», versprach die 23 Jahre alte Sawtschenko, die erstmals nach zwölf Jahren für Deutschland einen EM-Titel holen will. Die bislang letzte Goldmedaille hatte Steuer 1995 mit Mandy Wötzel geholt. Ihr vier Jahre älterer Partner konnte angesichts des Ergebnisses schon wieder lachen: «Wir sind zwar unzufrieden, aber das müssen wir jetzt vergessen.»